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MINT-Veranstaltungen

Dokumentation der "Komm, mach MINT."-Netzwerktagung 2018

"Digital Mindchange –

Wie Unternehmen und Frauen vom digitalen Wandel in der Arbeitswelt profitieren (können)"

15. und 16. November 2018
Forum Adlershof, Rudower Chaussee 24, Berlin

15. September 2018

Begrüßung

MinR'in Christina Hadulla-Kuhlmann

MinR'in Christina Hadulla-Kuhlmann

MinR'in Christina Hadulla-Kuhlmann, Leiterin des Referats "Chancengerechtigkeit und Vielfalt in Wissenschaft und Forschung" im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) begrüßte die Anwesenden. Sie betonte, dass Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Teilhabe eine besondere Bedeutung für eine zielgruppen- und geschlechtergerechte Digitalisierung haben. Mit der Förderlinie "Erfolg mit MINT – Neue Chancen für Frauen" zielt das BMBF darauf ab, mehr junge Frauen und weibliche Nachwuchskräfte für die Zukunftsbranchen im MINT-Bereich zu gewinnen.

Der Fokus der im Rahmen von "Komm, mach MINT." geförderten Projekte liegt auf der Informationstechnologie. An ausgewählten Projektbeispielen zeigte die Ministerialrätin auf, wie eine gendergerechte Berufs- und Studienwahlorientierung gelingt und wie Berufseinsteigerinnen und High-Professionals in MINT unterstützt werden können. Frauen sollen damit alle Möglichkeiten offen stehen, den digitalen Wandel in Deutschland aktiv mitzugestalten.

Vortrag "Stop fixing the Women – Warum wir die Arbeitskultur im digitalen Zeitalter für Frauen verändern müssen"

Robert Franken

Robert Franken

Robert Franken, Consulting Digital Business, Köln

Robert Franken zeigte in seinem Vortrag an vielfältigen Beispielen auf, dass in der Diskussion zu den Themen "Frauen und MINT" und "Frauen in Führung" viel zu wenig die Rahmenbedingungen in den Blick genommen werden, die in den Unternehmen vorzufinden sind. Maßnahmen zur Frauenförderung zielen zumeist darauf ab, dass sich die Frauen an das vorhandene System anpassen sollen. In Bezug auf Führung heißt das beispielsweise, dass nach wie vor der männliche Führungsstil die Norm ist, an die sich Frauen anzupassen haben. Dadurch geht viel Potenzial verloren.

Die digitale Transformation bietet vielfältige Möglichkeiten Veränderungen herbeizuführen, denn mehr und mehr Unternehmen erkennen, dass sie ihre Unternehmens- und Führungskultur verändern müssen, um zukunftsfähig zu bleiben. Diversity kann hier als Bewältigungsstrategie dienen und zu mehr Chancengerechtigkeit und Vielfalt in den Unternehmen führen – diese Gelegenheit gilt es zu nutzen!

Vortrag Robert Franken

Vortrag "Wie gewinnen Frauen durch die Digitalisierung?"

Prof. Dr. Jutta Rump

Prof. Dr. Jutta Rump

Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin, Institut für Beschäftigung und Employability der HS Ludwigshafen

Prof. Dr. Jutta Rump betonte zu Beginn ihres Vortrags, dass die digitale Transformation immer mit sozialen Innovationen einhergehen muss. Human Centric Engineering (HCE) ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Es geht darum, die Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt menschenwürdig zu gestalten. Am Beispiel des magischen Dreiecks der Nachhaltigkeit im System Arbeit zeigte Prof. Dr. Rump auf, dass sowohl die Beschäftigten, als auch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Verantwortung dafür haben, den strukturellen Veränderungen und Anforderungen in der Arbeitswelt 4.0 zu begegnen. Das Dreieck besteht aus den drei Eckpunkten: Kompetenzen/Qualifikationen; Identifikation/Motivation und Gesundheit/Wohlbefinden. Chancen für Frauen durch die Digitalisierung sieht sie unter anderem in der Flexibilisierung und Individualisierung von Berufen und der Neuausrichtung der Berufe, durch die die noch vorhandene, geschlechtsstereotype Wahl der Berufe aufgebrochen werden kann. Auch ein Mehr an Frauen in Führung ist durch die Digitalisierung möglich, denn Demokratisierung und zunehmende Partizipation in Beschäftigungs-/Arbeits-/Führungsmodellen setzen Sozialkompetenzen und Soft Skills voraus. Damit steigt die Bedeutung von Frauen in Führung.

Vortrag Prof. Dr. Jutta Rump

Vortrag "Women Ressource 4.0 – Potenziale und Kompetenzen weiblicher Fachkräfte für die digitalisierte Arbeitswelt"

Prof. Dr. Swetlana Franken, FH Bielefeld

Prof. Dr. Swetlana Franken

Prof. Dr. Swetlana Franken

Prof. Dr. Swetlana Franken machte in ihrem Vortrag deutlich, dass es beim Thema Digitalisierung nicht nur um die Technik geht, sondern darum, wie Menschen diese Digitalisierung mitgestalten können und wie insbesondere das kreative Potenzial von Frauen für die Gestaltung des Digitalisierungsprozesses erschlossen werden kann. Ferner zeigte sie auf, das Unternehmen bei der Besetzung neuer Stellen gezielt nach Frauen suchen, weil gemischte Teams andere und neue Sichtweisen einbringen, positive Auswirkungen auf das Arbeitsklima haben und das Image des Unternehmens erhöhen. Des Weiteren ging Prof. Dr. Franken darauf ein, dass die Digitalisierung von Führungskräften ein neues Denken und einen neuen Führungsstil verlangt: mehr Partizipation, Kommunikation und Beziehungsarbeit, Inspiration und Delegieren.

Vortrag Prof. Dr. Swetlana Franken

Aktivierender Austausch aller Teilnehmenden

Moderation: Christoph Kröger, Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen

Mit Hilfe einer soziometrischen Übung wurde im Anschluss an die Vorträge auch körperliche Bewegung in die Veranstaltung gebracht. Die Teilnehmenden konnten sich zu verschiedenen Aussagen im Saal positionieren, entweder bei "Ja", bei "Nein" oder im Raum dazwischen. Anschließend hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Wahl ihrer Position näher auszuführen, was spannende und neue Denkanstöße zutage brachte. Folgende Aussagen standen zur Diskussion:

  • "Sinn, Freiraum, Weiterbildung und Perspektiven – wichtiger als Gehalt."
  • "Die besten Teams sind nicht homogen, sondern divers und konfliktbereit."
  • "Können sich flache (oder alternative) Hierarchien positiv auf Frauenkarrieren auswirken?"

Aktivierender Austausch

Aktivierender Austausch

Einblick in die MINT-relevante Projektförderung des BMBF

Im Rahmen der Förderlinie "Erfolg mit MINT – Neue Chancen für Frauen" fördert das BMBF Projekte, um weibliche Nachwuchskräfte für MINT-Berufe zu gewinnen. Dazu gehören Angebote zur Berufs- und Studienwahlorientierung für Schülerinnen sowie Coaching- und Vernetzungsangebote für Studentinnen, Berufseinsteigerinnen und Young Professionals in MINT-Berufen und interaktive Beteiligungsformate. Vertreterinnen und Vertreter von fünf Projekten stellten ihre Arbeit zum Schwerpunkt Digitalisierung vor. Ein Überblick über alle in der Förderlinie geförderten Projekte ist unter folgendem Link zu finden: www.komm-mach-mint.de/MINT-Projekte/BMBF-gefoerderte-Projekte 

16. September 2018

Polaroid-Wand

Vernetzungs-Wand

Begrüßung und Bericht zur Arbeit der Geschäftsstelle

Dr. Ulrike Struwe, Leiterin der Geschäftsstelle "Komm, mach MINT." startete den zweiten Tag der Netzwerktagung mit einem Bericht zur Arbeit der Geschäftsstelle im Jahr 2018. Neue Veranstaltungs- und Workshopformate für Schülerinnen und Studentinnen wurden ebenso vorgestellt wie die neuen Paktpartnerinnen und -partner und die Entwicklung der Daten und Fakten bezüglich Frauen in MINT-Studiengängen. 

Bericht Dr. Ulrike Struwe

Neue Partner

Begrüßung der neuen Partner

Von links nach rechts: Dr. Ulrike Struwe (Geschäftsstelle "Komm, mach MINT."), Christine Bohnenberger (United Internet Corporate Services GmbH), Melanie Schwanitz (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), Eva-Maria Kopetzky (Bureau Veritas Germany Holding GmbH), Stephanie Schiemann (Mathe im Leben gemeinnützige GmbH), Martina Forstreuter-Klug (experimenta gGmbH), Sylvia Kuhn-Georg (comspace GmbH & Co. KG), Jutta Inauen (Jugendwerkstatt Felsberg e. V.), Mareike Lissek (comspace GmbH & Co. KG), Selma Tabak-Balks (ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH), Lucia Papa (Arup Deutschland GmbH)

Workshopangebote

In den Workshops wurden gemeinschaftlich Prototypen und Empfehlungen zu folgenden Fragestellungen entwickelt: 

  • Welche Meilensteine gibt es auf dem Weg in das digitalisierte Unternehmen?
  • Wie gelingt „Gender- und Diversity-Change-Management“?
  • Welche Mehrwerte können durch geschlechtersensibel gestaltete Veränderungen entstehen? 

Workshop 1: "Woman Ressource 4.0 – Potenziale und Kompetenzen weiblicher Fachkräfte für die digitalisierte Arbeitswelt"

Workshop Prof. Dr. Swetlana Franken

Workshop Prof. Dr. Swetlana Franken

Prof. Dr. Swetlana Franken, Fachhochschule Bielefeld

Prof. Dr. Franken startete den Workshop, indem sie einen Einblick in die Arbeit der Denkfabrik "Digitalisierte Arbeitswelt" an der Fachhochschule Bielefeld gab. Die im Rahmen der Denkfabrik durchgeführten Workshops unterstützen Frauen dabei, ihr Talent und ihre Kreativität für die Gestaltung der Digitalisierung zu erkennen.

Damit Frauen im Digitalisierungsprozess mitreden können, spielen viele Facetten eine Rolle: flache Hierarchien, partizipative Strukturen, die Wertschätzung diverser Talente ebenso wie individuelle Kompetenzen des Selbstschutzes. Um weitere kreative Visionen und Ideen für mehr Teilhabe von Frauen an der digitalen Transformation zu identifizieren, bildeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops anschließend drei Teams zu folgenden Fragestellungen: "Wie können Frauen die digitale Transformation mitgestalten?", "Warum sind Geschlechterstereotype nach wie vor so lebendig?" und "Wie kann die gläserne Decke durchstoßen werden, die Frauen auf dem Weg in Führungspositionen ausbremst und welche Rolle kann die digitale Transformation dabei spielen?" 

Workshop 2: "Von Querdenker/innen und Macher/innen – Warum interdisziplinäre Teams, Entscheidungsfreiräume und Agilität auf allen Ebenen in Organisationen Veränderung schaffen"

Workshop Jennifer Kotula

Workshop Jennifer Kotula

Jennifer Kotula, Leiterin Digital Business und EASY in der deutschen Vertriebsgesellschaft, Claas KGaA mbH, Harsewinkel

Jennifer Kotula gab am Anfang des Workshops einen kurzen Überblick über das Unternehmen Claas, das Maschinen und Geräte für die Landwirtschaft produziert. Die Digitalisierung in diesem Bereich zeigt sich in den Maschinen selbst, die mit vielfältigen digitalen Funktionen ausgestattet sind, sowie in den diversen digitalen Zusatzprodukten, die online – auch zeitlich begrenzt – hinzugekauft werden können.

In dem ursprünglich klassisch aufgestellten Unternehmen werden mittlerweile auch agile Arbeitsweisen mit flachen Hierarchien umgesetzt, so dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kleinen Teams ihre Ideen und Visionen für neue Geschäftsmodelle einbringen können. Um die Dynamik dieser Arbeitsweise kennenzulernen, konnten die Teilnehmenden anschließend in verschiedenen Gruppen der Frage nachgehen: "Was glauben Sie, wie wird die Landwirtschaft 4.0 aussehen?"

Frau mit Post-Its

Workshop 3: "Von flachen Hierarchien und Lebensphasenflexibilität: Aus der Praxis für die Praxis"

Sylvia Kuhn-Georg und Mareike Lissek

Workshop Sylvia Kuhn-Georg und Mareike Lissek

Sylvia Kuhn-Georg, Office- und Eventmanagement, und Mareike Lissek, Web-Entwicklung, comspace GmbH & Co. KG, Bielefeld

Am Anfang des Workshops gaben die Referentinnen Sylvia Kuhn-Georg und Mareike Lissek einen kurzen Einblick in die Arbeitsweise und -gestaltung im Unternehmen comspace. Comspace ist eine Digitalagentur mit 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einer flachen Hierarchie. Es gibt Teams zu den verschiedenen Arbeitsbereichen, die größtenteils selbstbestimmt arbeiten und sich selbst organisieren. Als Arbeitszeitmodell wird das der Lebensphasenflexibilität gelebt, das heißt, es geht nicht nur um Familienfreundlichkeit, sondern um work-life-balance, die für jede und jeden verschieden sein kann.

Im anschließenden World-Café wurde an verschiedenen Thementischen den Fragen nachgegangen, wie die ebenfalls bei comspace praktizierten Formate und Methoden "Open Space", "mobiles Arbeiten", "Ask me Anything" und "selbstorganisierte Teams" ein Vorteil für Frauen in der Arbeitswelt sein können und wie jede/jeder sich die Umsetzung im eigenen Arbeitsumfeld vorstellen kann.

Twitter zu #MINTNWT18

Auf der Netzwerktagung wurde auch getwittert. Mit dem Hashtag #MINTNWT18 berichtete die "Komm, mach MINT."-Geschäftsstelle & die Teilnehmenden live über interessante Beiträge. Einen Überblick über die gesendeten Tweets und dazugehörigen Fotos erhalten Sie unter: twitter.com/search=MINTNWT18

Geschäftsstelle "Komm, mach MINT."

Das Team von "Komm, mach MINT."

Impressionen

Außenansicht Forum Adlershof

Gruppenfoto der Teilnehmenden

Frau fotografiert zwei Teilnehmerinnen

Teilnehmerin lächelt in Kamera

Frau fotografiert Teilnehmerin

Teilnehmerinnen unterhalten sich an einem Stehtisch

Frau hängt Poster auf

Teilnehmerinnen lesen Flyer

Teilnehmerin liest Flyer

Frau und Mann unterhalten sich

Frau applaudiert

Frauen lachen in Kamera

Frauen unterhalten sich vor Plakat

Begeisterte Frau erzählt

Zwei Frauen und ein Mann unterhalten sich

Teinehmende betrachten etwas

Teilnehmende der Netzwerktagung 2018

Teilnehmende der Netzwerktagung 2018

Frau moderiert

Teilnehmende der Netzwerktagung 2018

Gruppenarbeit

Teilnehmende bauen ein Modell

Wechsel der Räumlichkeiten

"Komm mach MINT" in den soziale Netzwerken

Zusatzangebote und Servicemenü