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Studienorientierung: Eine gute Wahl - Fraunhofer Talent Take Off Einsteigen 2019

Welche Punkte sind wirklich wichtig für die Wahl des Studienfachs? Erwiesen ist: Wer sich vorher ganz gezielt mit seinen Interessen, Zielen und Lebensmotiven beschäftigt hat, kommt später leichter durch schwierige Phasen. Eine optimale Unterstützung bietet das Programm „Talent Take Off – Einsteigen“ von Fraunhofer und der Karriereplattform Femtec GmbH.

Gruppenbild der Teilnehmenden

Foto: Fotorella Berlin/Femtec

Die am häufigsten in der Studienorientierung gestellte Frage lautet: „In welchem Beruf kann ich denn mit diesem Studiengang arbeiten?“ Baris Ünal, Leiter der Studienberatung an der TU Berlin, antwortet immer wieder geduldig: „Das können wir heute nicht sagen. Wer vor zehn Jahren Informatik studiert hat, der wusste noch nicht, dass er später vielleicht mal Apps programmiert – denn die gab es damals noch nicht. Aber er wusste, dass sein Job etwas mit Informatik zu tun haben soll. Deshalb sollte jede/r für seine Studienwahl erst mal herausfinden, welche Tätigkeiten und Themen ihn wirklich interessieren.“

Nun ist Informatik ja immer noch ein sehr weites Feld, das Bestandteil vieler Studiengänge ist. In dem sechstägigen Fraunhofer-Studienwahlkurs „Talent Take Off – Einsteigen“ machen sich 30 Schüler/innen der Klassen 10 bis 12 auf die Suche nach genau dem Studienfach, das zu ihnen passt. Die 17-jährige Anouk ist eine von ihnen und hat bereits eine Idee. „Mathe mag ich. Ich will hier herausfinden, ob das auch als Studium für mich infrage kommt.“ Ingo ist 16 und bereits ziemlich sicher: „Ein Chemie-Studiengang soll es werden.“

Wie verhalte ich mich in Herausforderungen?

Ihr erster Programmpunkt ist eine Challenge: Sie sollen eine Brücke bauen aus Papier und Klebestreifen. Klingt easy, hat aber einen Haken. Die Teilnehmer/innen werden in drei Gruppen aufgeteilt, die jeweils für sich planen und bauen. Am Ende soll aber nur eine stabile Konstruktion entstehen, zu der jede Gruppe Elemente liefert – ohne dass die Gruppen das miteinander besprechen. Eine kleine Hilfe gibt es in Form von je einem Gruppen-Botschafter, der sich nach den ersten Brainstormings über Brückenbau-Ideen mit den Botschaftern der anderen Gruppen trifft und verhandelt, welche Gruppe nun was macht. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit kommen alle zurück und fügen ihre Bauteile zusammen. Ist diese Brücke, die unter hitzigem Diskutieren und viel Lachen entstanden ist, so stabil, dass sie ein volles Wasserglas trägt? Ist sie.

Und wofür das Ganze? Um den Teamprozess unter die Lupe zu nehmen. Anouk, Ingo und die anderen sollen überlegen, welche Rolle sie übernommen haben, was sie motiviert, was eher abgeturnt habe, wie die Entscheidungen fielen, welche Phase ihnen am besten gefallen hat und und und. „Wichtig ist, sich immer wieder selbst zu beobachten, um den passenden Weg für sich zu finden“, sagt Workshopleiterin Tanja Berger. „Und genau das machen wir jetzt in den nächsten Tagen. Ihr sammelt eine Menge Bausteine, die zuerst vielleicht gar nicht so viel Sinn ergeben. Aber am Samstag werdet ihr ganz bestimmt mehr Klarheit über euren Studienwunsch haben.“

Was will ich im Leben erreichen?

Los geht’s mit den guten Gründen für ein Studium, denn: „Die meisten Studienabbrüche passieren, weil die Motivation flöten geht“, erklärt Tanja Berger. Also machen sich alle erst mal Gedanken über das, was sie im Leben grundsätzlich erreichen möchten. Anouk will Familie und Kinder haben, die Welt bereisen und in einem Job arbeiten, in dem sie sich wohlfühlt. „Da sollen offene Menschen sein, die auch Spaß miteinander haben.“ Ingo will genug Geld verdienen, um sich sein Traumauto kaufen zu können.

In einer Coaching-Session finden die Teilnehmer/innen jeweils zu zweit heraus, wo ihre Stärken liegen und mit welchen Strategien sie in ihrem bisherigen Leben schwierige Situationen gemeistert haben. Nach dieser Einheit kommen alle besonders gut gelaunt und gestärkt zurück. Dazwischen gibt es Theorie-Input: Was unterscheidet ein Studium von anderen Ausbildungen? Wie sieht das Uni-Leben aus? Oder welche Kriterien zählen bei der Auswahl der Studienstadt?

Einen Tag verbringt die Gruppe am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam, wo sie den Showroom zu sehen bekommt und einen Reinraum kennenlernt. Danach treffen sie MINT-Studierende, die sie ein Loch in den Bauch fragen können. Am nächsten Tag geht es an die TU Berlin, wo sie am Vormittag Vorlesungen hören und am Nachmittag an Workshops teilnehmen. Anouk wählt „Mathe ohne Rechnen – Algorithmische Mathematik und Graphentheorie“ und findet: „Das Thema war mir komplett neu und damit sehr spannend.“ Ingo entscheidet sich für den Workshop „Synthese und Charakterisierung eines Arzneiwirkstoffs“, in dem er Aspirin herstellt. „Schön war, dass ich wirklich viel verstanden habe.“

Wie führen meine Interessen und Wünsche zu einem konkreten Studienfach?

Irgendwann hat das Sammeln ein Ende, jetzt geht es ans Auswerten. Also eine Art Brücke aus den gesammelten Bausteinen zu bauen, die in den Wunsch-Studiengang führt. Dafür sollen alle ein Plakat anfertigen mit ihrem Wunsch-Studienfach sowie einer Alternative, dem Beschreiben eines späteren Berufs, Gründen die für diesen Beruf sprechen sowie Tätigkeiten, die man gerne, und solche, die man gar nicht mag. Ganz schön schwierig bei der Fülle an Material, findet Anouk. „Ich habe dann einfach angefangen und Notizen gemacht. Herausgekommen ist ein Mindmap.“

Ingo hat das so auf den Punkt gebracht: „Mein Wunschstudium bleibt Chemie, darin wurde ich bestätigt, eine Alternative wäre Chemie-Ingenieur. Meine Gründe dafür sind natürlich das Interesse am Fach, aber auch ein gutes Gehalt, damit ich mir später ein paar schöne Dinge leisten kann. Was ich gerne mache: Experimente und Rechnen. Was nervt? Ordnung halten :)“

Am Ende bekommen alle Teilnehmer/innen konstruktives Feedback innerhalb ihrer Kleingruppe. Macht ihre „Brücke“ einen stabilen Eindruck? Anouk bekommt die Empfehlung, noch mehr Vorlesungen zu besuchen und gezielt Praktika zu machen. Ingo wird überrascht. „Meine Gruppe hat mir rückgemeldet, ich solle doch Physik im Nebenfach studieren, das würde zu mir passen.“ Das wird er sich noch durch den Kopf gehen lassen. Zum Abschluss halten alle konkrete Maßnahmen fest, die ihre Studienwahlbrücke in den nächsten Wochen noch einmal stabilisieren werden.

Das Fazit von Anouk und Ingo zum Programm ist positiv: „Am letzten Tag hat alles, was wir bisher gemacht haben, einen Sinn ergeben und mir wurde klar, welche meiner Eigenschaften mich bis hierher gebracht haben“, sagt Anouk. Ingo sieht sich in vollem Umfang bestätigt: „Jetzt kenne ich noch mehr gute Gründe für ein Chemie-Studium – das ist sehr zukunftsträchtig.“

Habt ihr jetzt auch Lust bekommen, euch auf die Suche nach EUREM Studienfach zu machen? Der nächste Kurs findet von 28.10. bis 02.11.2019 in Berlin statt.

Text: Ines Bruckschen

www.fraunhofer.de/talent-take-off-einsteigen

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