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MINT-Veranstaltungen

Dokumentation der "Komm, mach MINT."-Netzwerktagung 2017

M³ – Modernes MINT-Marketing vom 11.-12.09.2017 im Mercure Hotel Berlin City und im Haus der Leibniz-Gemeinschaft, 10115 Berlin

1. Veranstaltungstag

Begrüßung Dr. Nikutta

Modernes MINT-Marketing – wie wichtig das auch für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ist, machte Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG, in ihrer Eröffnungsrede deutlich. Unternehmen, die Auszubildende und Nachwuchskräfte suchen, müssen moderne Marketingkonzepte nutzen und ihre Zielgruppen so ansprechen, dass dadurch Aufmerksamkeit erzeugt wird.

Die BVG hat diesbezüglich mit einer an der Zielgruppe ausgerichteten Imagekampagne bereits gute Erfolge erzielen können. Dabei stellte Frau Nikutta heraus, dass der Wurm dem Fisch schmecken muss und nicht dem Angler – die Zielgruppe muss sich durch die Marketingaktivitäten angesprochen fühlen, nicht die, die die Kampagne gestalten oder im Vorstand des Unternehmens sind. Gelingen können solche Kampagnen, indem die Zielgruppe in die Gestaltung der Kampagne einbezogen wird.

Begrüßung Prof. Dr. Johanna Wanka

Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Um mehr Frauen für die technischen Berufsfelder zu gewinnen, führt die BVG regelmäßig den Girls’Day durch, ist Partner von Komm, mach MINT. und beteiligt sich an vielen weiteren Projekten. Beispielsweise als Praktikumsbetrieb im Rahmen des Probestudiums MINTLook der TH Brandenburg und des Projekts EnterTechnik von LIFE e.V.

Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, machte in ihrer Eröffnungsrede deutlich, dass die Initiative „Komm, mach MINT.“ ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Frauen in MINT-Berufen ist. Sie hob darin die vielen guten Beispiele der Paktpartner hervor sowie die vielfältigen Projekte, die das BMBF im Rahmen von „Komm, mach MINT.“ fördert.

Um Mädchen und Frauen nachhaltig für MINT zu gewinnen, betonte Bundesministerin Wanka, ist es wichtig, frühzeitig Interesse für MINT zu wecken, weibliche Vorbilder in die Maßnahmen einzubinden, sich des Themas Vereinbarkeit anzunehmen und auch Top-Down-Ansätze in den Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu nutzen. In der kommenden Paktphase wird laut Bundesministerin Wanka dem Thema Digitalisierung und den damit einhergehenden Chancen und Risiken für Frauen eine besondere Rolle zukommen.

Vorträge:

"Digitales Personalmarketing für einen attraktiven, modernen Auftritt"

Henner Knabenreich, Geschäftsführer, knabenreich consult GmbH

Vortrag Henner Knabenreich

Herr Knabenreich machte in seinem Vortrag deutlich, dass es insbesondere die Karriere-Websites der Unternehmen sind, auf denen junge Leute nach geeigneten Ausbildungsplätzen und Jobangeboten suchen. Entsprechend wichtig ist es, diese Seiten attraktiv und für die Zielgruppe ansprechend zu gestalten. An verschiedenen Beispielen zeigte er auf, warum Frauen sich durch viele Karriere-Websites und Stellenanzeigen nicht angesprochen fühlen und stellte anschließend einige gute Beispiele vor. Seine wichtigste Empfehlung: „Sprechen Sie Frauen gezielt mit Ihren Stellenanzeigen an.“ Männer hingegen, so die Erfahrung von Herrn Knabenreich, fühlen sich generell durch Stellenanzeigen angesprochen, egal, wie diese formuliert sind.

Knabenreich Digitales Personalmarketing

"Designimpulse für gendersensibles Marketing"

Prof. em. Dr. Uta Brandes, Geschlechterverhältnisse im Design und qualitative Designforschung, Köln International School of Design, Technische Hochschule Köln

Vortrag Prof. em Dr. Uta Brandes

Am Beispiel verschiedener Produkte zeigte Frau Brandes auf, dass das Design von Produkten oftmals „vergeschlechtlicht“ ist und Stereotype durch das vermeintlich wegweisende Gender-Marketing durch die Kategorisierung in „männliche“ und „weibliche“ Interessen verstärkt und zementiert werden. Dabei werden die Produkte für Frauen zumeist schwach, naiv und harmlos, die für Männer stark und mächtig dargestellt. Damit werden Rollenklischees nicht nur bedient, sondern zementiert. Ein besonders negatives Beispiel für absurdes Gendermarketing sind die mit dem Preis „Der goldene Zaunpfahl“ ausgezeichneten Leselernhilfen „Geschichten für Jungs“ und „Geschichten für Mädchen“, die nicht nur rosa und hellblau designt sind, sondern auch inhaltlich alle Klischees zu den Interessen von Mädchen und Jungen untermauern. Positiv im Sinne eines gendersensiblen Marketings ist die Kampagne einer dänischen Designagentur, die - gegen die klischeehaften Bilder von Frauen - auf der Bildagenturseite Shutterstock Fotos von unabhängigen, starken und authentischen Frauen in unterschiedlichen Berufen auf eben diese Seite hochgeladen und verschlagwortet hat, um die Ergebnisse der Suche zu verändern. Besonders bemerkenswert an dieser Kampagne: die Werbeindustrie wird von innen her verändert.

Brandes Designimpulse gendersensibles Marketing

"Was motiviert Mädchen für MINT?"

Prof. Dr. Susanne Narciss, Psychologie des Lehrens und Lernens, TU Dresden

Vortrag Prof.Dr. Susanne Narciss

Frau Narciss betonte in ihrem Vortrag, dass Mädchen nur durch langfristige, dauerhafte Maßnahmen nachhaltig für MINT motiviert werden können. Mithilfe des Erwartungs-Mal-Wert-Modells der Motivation nach Eccles und Wigfield machte sie anschließend deutlich, dass es vor allem die Erfolgserwartung und die Anreizwerte sind, die über die Wahl von Studienfach, Berufsweg und Leistungsergebnisse entscheiden. Gezielte Maßnahmen für mehr Frauen in MINT müssen deshalb an diesen Stellschrauben ansetzen, beispielsweise indem Mädchen und jungen Frauen die Möglichkeit geboten wird, ihre Fähigkeiten praktisch auszuprobieren und ihnen die Relevanz und der Nutzen von MINT aufgezeigt werden.   

Narciss Motivation für MINT

"Was sich junge MINT-Frauen im Beruf wünschen."

Prof. Barbara Schwarze, Gender und Diversity in Ingenieurwissenschaften und Informatik, Hochschule Osnabrück

Vortrag Prof. Barbara Schwarze

„Öfter einmal Viele zu sein!“ – Diese Aussage macht einen der Wünsche junger Frauen in MINT-Berufen deutlich, so Barbara Schwarze zu Beginn ihres Vortrags. Außerdem zeigte sie auf, dass das gesellschaftliche Umfeld, Schulen, Hochschulen und Arbeitsmarkt den jungen MINT-Frauen stereotype Sichtweisen auf die Aufgaben von Frauen und Männern mit auf den Weg in den Beruf geben und diese die Fähigkeitsselbstkonzepte, Kompetenzeinschätzungen und Wünsche an den späteren Beruf beeinflussen. Was Hochschulen und Unternehmen tun können, um Frauen den Berufseinstieg zu erleichtern, machte Frau Schwarze an einigen Beispielen deutlich. Dazu gehören Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen zur Berufsorientierung im Studium, zielgruppengerechte Stellenausschreibungen (direkte Ansprache von Frauen), aber auch das Aufzeigen von Karriereperspektiven und das Sichtbarmachen von Frauen im Unternehmen.

Schwarze Wünsche MINT-Frauen

2. Veranstaltungstag

Begrüßung und Bericht zur Arbeit der MINT-Pakt-Geschäftsstelle     

Dr. Ulrike Struwe mit dem Bericht der Geschäftsstelle

In welchen Bereichen ist die Geschäftsstelle von „Komm, mach MINT.“ aktiv? Wo können wir uns als Paktpartner beteiligen? Welche Beratungsangebote und Kooperationsmöglichkeiten stehen uns zur Verfügung?

Diese und andere Fragen der anwesenden Paktpartner beantwortete Dr. Ulrike Struwe, Leiterin der Geschäftsstelle „Komm, mach MINT.“, indem sie einen Überblick über die Arbeit der Geschäftsstelle im laufenden Jahr 2017 gab.

Struwe Bericht aus Geschaeftsstelle

 

Parallele Themenslots und Prototypenbau: Auf dem Weg zu mehr Attraktivität in der Außendarstellung

Präsentation der Themenslots

Während des Abendessens am Vorabend hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Fragen zur Verbesserung der Ansprache von Mädchen und jungen Frauen aufzuschreiben. Diese Fragen wurden in den parallel laufenden Themenslots beantwortet. Im Anschluss an den regen Informationsaustausch in den Themenslots entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Prototyp einer gendergerechten Außendarstellung.

Themenslots - die Ergebnisse:

Berufsorientierungsmaßnahme für Schülerinnen mit Dr. Pia Spangenberger

Idealtypische Zusammenarbeit von Hochschulen und Unternehmen mit Prof. Barbara Schwarze

Gendersensible Konzeption einer Unternehmen-Startseite/eines Karriereportals mit Prof. em. Dr. Uta Brandes

Anzeigen zur Ansprache von Schülerinnen, Studentinnen, Mitarbeiterinnen mit Henner Knabenreich

Social Media und Gestaltung eines Internet-Blogs mit Anne Wizorek

Eindrücke von der Netzwerktagung

Vernetzungswand mit Foto und Visitenkarten

Teilnehmende an Stehtischen

Teilnehmende an Stehtische

Teilnehmende an Stehtischen

Teilnehmende an Stehtischen

Teilmehmende an Stehtischen

Teilnehmende an Stehtischen

Foto Edding vor Karten

Workshop Wizorek

Workshop Wizorek

Workshop Schwarze

Workshop Schwarze

Workshop Spangenberger

Workshop Spangenberger

Workshop Knabenreich

Workshop Knabenreich

Workshop Brandes

Workshop Brandes

Gruppenbild Workshopgebende

Twitter zu #MINTNWT17

Auf der Netzwerktagung wurde auch getwittert. Mit dem Hashtag #MINTNWT17 berichtete die Komm, mach MINT.-Geschäftsstelle live über interessante Beiträge. Einen Überblick über die gesendeten Tweets und dazugehörigen Fotos erhalten Sie hier: twitter.com/search=MINTNWT17

 

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