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Postergeschichten

Verena

"In die Ferne sehen" - Verena ist Physikerin, arbeitet am Nordpol und lässt jeden Tag einen Wetterballon steigen.

Verena: In die Ferne sehen

Steckbrief

Verena am Meer

Foto: Kerstin Binder

Name: Verena

Jahrgang: 1983

Studiengang: Allgemeine Physik

Beruf: Molekularbiologin

Arbeitgeber: Alfred Wegener Institut

Interview

Diesen Job macht nicht jeder. Schon zweimal hat Verena die deutsch-französische Forschungsstation in Ny-Ålesund auf der norwegischen Insel Spitzbergen geleitet. Jetzt ist sie wieder zurück in Bremerhaven. Geplant war dieser Berufsweg nicht. Verena hat Physik studiert. "Eigentlich nur deshalb, weil mich Physik schon immer interessiert hat und ich dachte, dass Physik eine gute Grundlage ist."

Umwelt und Klima schützen

Verena hält einen Wetterballon

Verena startet den täglichen Wetterballon

Foto: Benoit Laurent

Aber: Die Arktis war Verena schon immer eine Herzensangelegenheit. Vor ihrem Engagement beim Alfred-Wegener-Institut hat Verena Mohaupt für Greenpeace gearbeitet. Gemeinsam mit anderen Umweltschützerinnen und -schützern wollte sie verhindern, dass Großkonzerne im vom Klimawandel bedrohten ewigen Eis weiter nach Ölvorkommen bohren. Dass Verena kurz später in Sachen Klimawandel in Spitzbergen unterwegs sein wird, hätte sie nicht gedacht. Ob sie genau dieses persönliche Engagement dorthin gebracht hat? "Mein persönliches Engagement hat mir schlussendlich bestimmt zu meinem Job verholfen, aber vorhersehbar war das absolut nicht", sagt Verena.

Forschen in der Arktis

Der Klimawandel hat sie nach Spitzbergen (eine Inselgruppe in der Arktis) gebracht. Und ihr Wille. Vorbereitungs-Trainings, drei Monate ohne Sonne, wenig Menschen. So eine Zeit auf der Forschungsstation ist nicht für jeden etwas. Aber für die Erforschung des Klimawandels unabdingbar: "Die Region erwärmt sich deutlich schneller als der Rest der Erde", sagt Verena Mohaupt. Das hat seine Auswirkungen. Ein Beispiel ist der Kongsfjord im Westen der Insel Spitzbergen, der noch vor wenigen Jahren im Winter regelmäßig zufror. "Das ist heute anders."

Verena fährt ein Boot

Foto: Nadine Klages

Seit 2014 arbeitet für das Alfred Wegener Institut und hat bereits zweimal als Stationsleiterin der deutsch-französischen Forschungsstation AWIPEV. In ihrer Zeit in der Forschungsstation in Spitzbergen ging Verena allerdings nicht ihrer eigenen Forschung nach, sondern koordinierte die Station und die 50-60 Forschungsprojekte die dort im Jahr stattfinden. Wer kommt wann, wer braucht was, was ist an logistischem Support notwendig. "Wir waren ein Team von drei Leuten, die das ganze Jahr über vor Ort sind. Wenn die Forscherinnen und Forscher für ihre unterschiedlichsten Projekte an die Station gekommen sind. Zu Verenas Aufgaben gehörte unter anderem Forscherinnen und Forscher im Feld als Bootfahrer oder mit dem Snowscooter zu begleiten, aber auch, den täglichen Wetterballon zu starten.

Was gefällt dir an deiner Arbeit am besten und was am wenigsten?

Das Schönste an meiner Arbeit ist wohl, dass sie so abwechslungsreich ist. Klar, es gibt auch Routine und ungeliebte Aufgaben – wie Rechnungen abarbeiten und Inventur machen – aber dann stehen eben auch wieder tolle Dinge an, wie z.B. die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Feld  zu begleiten. Es ist toll, im Dienste der Wissenschaft zu stehen. Ich bekomme Einblick in ganz unterschiedliche Bereiche und lerne unglaublich viel. Dass ich so weit von zu Hause entfernt arbeite stört mich nicht, dass macht die Arbeit in dieser besonderen Umgebung wieder wett.

Was rätst du jungen Frauen vor der Berufswahl?

Nach der Schule hatte ich keine konkrete Zukunftsvorstellung und habe erst einmal studiert, was mich interessiert hat. Ich hätte nie voraussehen können, dass es mal so läuft – aber es ist toll. Ich glaube, ganz oft lässt sich eine Karriere nicht 1:1 vorausplanen. Aber wenn man macht was einem liegt und Spaß macht, können sich tolle Dinge ergeben.

Das Poster kann im Materialcenter kostenlos bestellt und heruntergeladen werden.

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