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Naturwissenschaften

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Interview von Carola

Dr. Carola Haumann arbeitet als stellvertretende Geschäftsführerin im CoR-Lab der Universität Bielefeld. Ein Mentoring-Programm und Angebote der Universität haben ihr bei der Berufswahl und dem Berufseinstieg sehr geholfen.

Studienwahl

Dr. Carola Haumann entschied sich nach dem Abitur für ein Physikstudium in Bielefeld. „Daran war eigentlich mein Oberstufen-Physiklehrer schuld. Der hat uns so begeistert.“ Obwohl ihr die Fächer Physik und Mathematik in der Schule leicht fielen, gab es Tiefpunkte im Studium. „In der Schule habe ich eigentlich immer nur für die Klausuren gelernt. Aber im Studium wurde es dann schon anders: wenn man da nicht ordentlich nachbereitete und zu den Übungen ging, dann kam man auch schnell ins Schwimmen. Man muss auch dieses Arbeiten und Lernen an der Uni lernen.“ Der niedrige Frauenanteil störte Carola Haumann wenig, sie verstand sich gut mit ihren Kommilitonen. Auch die Fachschaft unterstützte wöchentliche Treffen von weiblichen Studentinnen aller Semester. “Das gab es sogar damals schon! Und speziell für die Anfängerinnen machte man einen Ausflug. Wir haben damals einen Ausflug in das Forschungszentrum Jülich gemacht und da eine Physikerin besucht.“ Anfangs war sie skeptisch. „Ich habe aber dann nach und nach gemerkt, dass es einfach nett ist, sich mit Frauen auszutauschen, weil die oft auch offener sind und eher zugeben, wenn sie mal Misserfolge hatten. Ich bin dann, als ich die Diplomarbeit geschrieben hab, das erste Mal auf eine Physikerinnentagung gefahren und fand die Stimmung dort und die Frauen sehr positiv und anregend.“ Ihre Erfahrung inspirierte Carola Haumann und sie beteiligte sich an einem Schülerinnenprogramm der Physik Fakultät. „Das habe ich während des Studiums bzw. während der Doktorarbeit jedes Jahr gemacht über drei Jahre lang. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, da Experimente zu konzipieren und die Physik so zu erklären, dass es auch jemand versteht, der das Fach nicht studiert hat. Und vielleicht auch jemanden dafür zu begeistern, dazu zu bringen, auch Physik zu studieren.“

Während ihres Hauptstudiums entschloss sich Carola Haumann zu einem Auslandsaufenthalt und studierte für 1 Jahr in Lyon, Frankreich. „Ich wollte eben gerne noch eine Fremdsprache zusätzlich zu Englisch lernen und hab mich dann für Frankreich entschieden. Dieses Jahr im Ausland hat mir wieder viel Auftrieb gegeben.“ Nach ihrer Rückkehr nach Bielefeld beginnt sie das Aufbaustudium „Studierende und Wirtschaft“. „Das war speziell für Geistes- und Naturwissenschaftler, die dann unter anderem einige BWL- und Jura-Kurse machten. Und dann bekam man nachher ein Zertifikat.“ Im Rahmen dieses Aufbaustudiums war ein zweimonatiges externes Praktikum Pflicht. „Das Thema konnte man sich damals noch selber aussuchen. Und ich hab das dann im Krankenhaus in der Kernspintomografie gemacht. Also es hatte schon Physikbezug, aber war eben außerhalb der Universität.” Im Anschluss an ihr Diplom promoviert Carola Haumann vier Jahre lang im Bereich der Biophysik. „Meine Doktorarbeit war experimentell. Es ging um ein spezielles Mikroskop, das ich aufbauen und testen sollte. Doch das Experiment hat eigentlich zu 90% nicht funktioniert. Und irgendwann ist man dann schon sehr gefrustet und zweifelt auch dran, dass im Labor sitzen wirklich so das Richtige ist.“ Das Schülerinnenprogramm, an dem sie nebenbei mitarbeitete war auch mit Öffentlichkeitsarbeit verbunden. „Man musste auch mal einen Pressetext schreiben oder Flyer entwerfen. Und das hat mich eigentlich auf die Idee gebracht, in Richtung Öffentlichkeitsarbeit zu gehen. Und ich hab dann auch wirklich nach solchen Stellen gesucht.“

Kurz vor der Fertigstellung ihrer Doktorarbeit tritt Carola Haumann einem Mentoring- Programm bei. „Ich hab damit angefangen, weil ich diese Frau, die jetzt meine Mentorin ist, von einem Workshop kannte und sie mich sehr fasziniert hat. Sie arbeitet beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ich wollte diesen Kontakt unbedingt haben und in so einem offiziellen Rahmen ist es noch mal was anderes, als wenn man jemanden nur e-mailt und sagt, können wir uns mal treffen. Wir haben uns alle sechs Wochen regelmäßig getroffen und ich konnte mit ihr dann auch meinen Berufseinstieg immer wieder besprechen. Und sie hat Tipps gehabt und gesagt, mach dies oder das anders. Ich fand das sehr hilfreich. Es gab auch mehrere Kurse über Softskills und solche Sachen im Rahmen des Programms.“

Karriere

Nach ihrer Promotion bewirbt sich Carola Haumann in der Wirtschaft. Sie bekommt eine Stelle als Technologie-Beraterin beim VDI Technologiezentrum. “Ich bin für zwei Technologiebereiche eingestellt worden, für die ich Öffentlichkeitsarbeit mache. Das ist einerseits die Nano-Elektronik und andererseits die Plasmaphysik. Wir sind ein Projektträger, das heißt in unserem Fall betreuen wir Projekte fürs Bundesministerium für Bildung und Forschung. Und das war natürlich was völlig Neues für mich, jetzt auch mit der Politik zu tun zu haben. “

Im Jahr 2007 ergibt sich für Carola Haumann die Möglichkeit das neu gegründete Research Institute for Cognition and Robotics – CoR-Lab an der Universität Bielefeld mit aufzubauen. Sie arbeitet seitdem dort als stellvertretende Geschäftsführerin und ist unter anderem für den Technologietransfer in die regionale und internationale Wirtschaft, sowie die Leitung der Graduiertenschule zuständig.

Persönliches Statement

Jungen Studentinnen rät sie mutig zu sein. „Ich habe mir manchmal Sachen nicht zugetraut, einfach weil ich es erst mal nicht versucht habe und dann dachte, oh Gott, das schaffst Du nicht und wenn ich’s probiert hab, hat's dann doch geklappt.“

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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