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Mädchen werden Nachwuchsprogrammiererinnen – Ada-Lovelace-Projekt mit neuem Informatik-Angebot

Die Grundlagen des Programmierens erlernen und selbst eigene kleine Roboter programmieren – dies ist nun auf dem Campus der Technischen Universität Kaiserslautern möglich. In einem neuen Informatik-Labor, einem sogenannten Coding Hub, können sich Mädchen mit der Technik befassen. Aber auch Schulklassen können hier tüfteln. Betreut werden sie dabei von den Mentorinnen des Ada-Lovelace-Projekts (ALP), das Mädchen mit verschiedenen Veranstaltungen für Technik und Naturwissenschaften begeistern möchte. 

Mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin hat ALP an vier rheinland-pfälzischen Universitäten solche Coding Hubs ins Leben gerufen.

Der Weg für den Digitalpakt Schule ist frei. Mit ihm erhalten die Schulen bundesweit neuere Computer, besseres Internet und digitale Lehrmethoden. Die digitale Bildung in Deutschland benötigt jedoch insgesamt ein Update, denn auch die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte benötigen mehr Informatik-Kompetenzen. Hier setzt das Ada-Lovelace-Projekt (ALP) an: Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS hat es sich zum Ziel gesetzt, Programmierfähigkeiten flächendeckend in Rheinland-Pfalz auszubauen.

Neben dem Coding Hub auf dem Campus der TUK gibt es weitere an den Universitäten in Koblenz, Mainz und Trier. „Wir haben hier vernetzte Lernorte in den vier größten rheinland-pfälzischen Städten geschaffen“, sagt ALP-Projektleiterin Susanne Eisel von der Technischen Universität Kaiserslautern. In der Netzwerktechnik bezeichnet der Begriff Hub einen Knotenpunkt. Landesweit haben so Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre Kompetenzen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) auszubauen.

In sogenannten RobertaLabs, schulischen Arbeitsgemeinschaften oder außerschulischen Projekten erlernen sie die kindgerechte, grafische Programmiersprache NEPO, die unter lab.roberta.org frei verfügbar ist. Darüber hinaus können sie damit den Mikrocontroller Calliope mini oder den EV3-Roboter von Lego Mindstorms programmieren. Von inszenierten Marsreisen, digitalen Klavieren bis hin zur Errichtung einer grünen Stadt bieten die praxisorientierten Kurse viel Raum für Kreativität und Selbermachen.

„Wir bieten insbesondere Mädchen die Möglichkeit, an einem außerschulischen Lernort echte Roboter und Mikrocontroller zum Leben zu erwecken und sich spielerisch mit der Materie auseinanderzusetzen“, sagt Eisel.

Doch nicht nur die Schülerinnen profitieren. Gemeinsam mit dem Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz hat das Ada-Lovelace-Projekt mittlerweile zehn Fortbildungen angeboten, um Programmierkenntnisse an knapp 100 Lehrkräfte zu vermitteln. An allen beteiligten Standorten werden zudem kontinuierlich Studierende, vor allem ALP-Mentorinnen, weiterqualifiziert, um die Kurse anbieten zu können. Auch sind die rheinland-pfälzischen Hubs bundesweit mit weiteren vernetzt.

„Für uns war es von Anfang an wichtig, Kontakte mit kompetenten Partnern aus unterschiedlichen Bereichen zu knüpfen, um Freude und Selbstvertrauen in der Welt der Bits und Bytes zu wecken“, sagt Thorsten Leimbach, Leiter der Roberta-Initiative am Fraunhofer IAIS. „Deshalb war es naheliegend, beim Ada-Lovelace-Projekt anzuklopfen. Nun lernen Mädchen und junge Frauen in Rheinland-Pfalz mit Roberta und Calliope mini, dass sie nicht nur das Zeug für den kompetenten Umgang mit neuen Medien haben, sondern dass sie darüber hinaus die Gestaltung ihrer digitalen Welt buchstäblich selbst in die Hand nehmen können.“

Informationen zum Ada-Lovelace-Projekt

Das Ada-Lovelace-Projekt wurde 1997 auf Initiative des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Frauen und Jugend (MBFJ) ins Leben gerufen. Seitdem engagieren sich Studentinnen und seit 2000 auch weibliche Auszubildende als Mentorinnen im Ada-Lovelace-Projekt, die von Beginn an durch Trainings bei Ihrer Tätigkeit unterstützt werden. Die Mentorinnen informieren Schülerinnen über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten und erzählen von ihrem eigenen Weg. In Workshops und Arbeitsgemeinschaften arbeiten die Mentorinnen mit den Schülerinnen an konkreten technischen und naturwissenschaftlichen Aufgabenstellungen und fördern so das Selbstvertrauen der Mädchen im MINT-Bereich.

Mittlerweile verfügt das Ada-Lovelace-Projekt über zehn Hochschulstandorte in ganz Rheinland-Pfalz mit ca. 150 aktiven Mentorinnen.

Das Ada-Lovelace-Projekt wird gefördert durch:

Europäischer Sozialfonds, Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz, Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, RLP

Informationen zu den außerschulischen Lernorten „Open Roberta Coding Hub“

Der Open Roberta Coding Hub ist Teil der Fraunhofer-Initiative »Roberta – Lernen mit Robotern«, die seit 2002 digitale Bildung in Deutschland und international fördert. In gendergerechten Roboter- und Programmierkursen hat die Initiative bereits mehr als 450 000 Kinder und Jugendliche ab acht Jahren für Technik und Naturwissenschaften begeistert. Die Coding Hubs richtet das Fraunhofer IAIS mit Unterstützung der Google Zukunftswerkstatt an außerschulischen Institutionen deutschlandweit ein. Bis Ende 2020 werden rund 30 Hubs in unterschiedlichen Städten in ganz Deutschland aufgebaut.

www.uni-kl.de/news/maedchen-und-junge-frauen-werden-nachwuchsprogrammiererinnen

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