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Mit Frauen gegen Fachkräftemangel - Auf einer Tagung an der HRW tauschen sich Teilnehmer*innen über Frauenstudiengänge aus

Mülheim an der Ruhr, 27. November 2017:  Informatiker*innen und Ingenieur*innen sind gesuchte Fachkräfte, Nachwuchs fehlt in vielen Branchen und Unternehmen. Damit mehr Frauen einen MINT-Beruf ausüben, bieten sechs Hochschulen in Deutschland Studiengänge für Frauen an. Mit der Hochschule Ruhr West kommt ein weiterer hinzu: Ab dem Wintersemester 2018/19 können technikinteressierte Frauen Maschinenbau in einer monoedukativen Variante studieren. Auf einer Konferenz tauschten sich etwa 20 Spezialist*innen über Konzepte, frauenspezifische Didaktik, Begleitprogramme und Marketingstrategien aus.

„Wir möchten ein frauenförderndes Bildungsangebot anbieten. Es entspricht dem Zeitgeist einer modernen Gesellschaft und bietet zugleich Lösungen für den Fachkräftemangel in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufsfeldern“, begründet Prof. Dr.-Ing. Gudrun Stockmanns die HRW Initiative. „Selbstverständlich studieren bei uns an der HRW Frauen in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen. Allerdings wird die Zahl der Studentinnen geringer, je ‚techniklastiger‘ ein Studiengang ist.“ Die HRW Präsidentin hat sich zum Ziel gesetzt, die Attraktivität der Ingenieurstudiengänge der Hochschule für weibliche Studieninteressierte in den Fokus zu rücken. „Die HRW hat bereits einige Maßnahmen ergriffen, junge Frauen für MINT-Studiengänge zu begeistern: Kinder-Uni und MINT4U-Angebote für Schüler*innen, zdi-Campus Mädchen testen MINT, Chance.MINT – ein Programm für Studentinnen. Einen Frauenstudiengang einzurichten, ist da nur konsequent“, so Stockmanns weiter.

„Mit der monoedukativen Variante und entsprechenden Begleitprogrammen wollen wir Frauen für Maschinenbau begeistern und aufzeigen, was der Maschinenbau heutzutage alles kann. Die Frauen müssen sich von alten Rollenverständnissen lösen und ermutigt werden, sich ein Maschinenbaustudium zuzutrauen“, erklärt Prof. Dr. Alexandra Dorschu. Als Studiengangsleiterin konzipiert sie den Frauenstudiengang: Das Curriculum ist identisch mit dem des gemischten Studiengangs. Lehr- und Lernformen sollen anders eingesetzt werden; der Praxisbezug steht stark im Vordergrund. In den ersten Semestern studieren die Frauen „unter sich“. Es bedeutet jedoch nicht, dass weniger gelernt werden müsse oder, dass die Inhalte einfacher seien. „Dieses Vorurteil wollen wir von Beginn an unterbinden“, betont Dorschu. Ab dem fünften Semester studieren die Frauen dann im gemischten Studiengang weiter und gehen mit den gleichen Kompetenzen in die Lehrveranstaltungen wie die männlichen Kommilitonen.

Warum zu Studienbeginn die Trennung?

„Frauen wollen – viel stärker als die jungen Männer – wissen, warum sie etwas lernen. Sie stellen viel häufiger Fragen, wollen Lerninhalte diskutieren“, sagt Prof. Dr. Juliane Siegeris. Die Informatikprofessorin koordiniert den Frauenstudiengang an der HTW Berlin und war Gast auf der Konferenz. „Männliche Kommilitonen erzeugen oft eine Atmosphäre, in der wir Frauen ungeklärte Fragen nicht direkt offen stellen, Praxis nicht gerne grenzenlos ausleben. Dadurch haben wir als Studentinnen den Eindruck, sie können viel besser praktisch handeln und haben ein ausgeprägteres Praxisverständnis“, bestätigt Kristina Dietrich. Sie studierte an der HRW Maschinenbau und ist seit ihrem Abschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig.

Die Initiatoren an der HRW wollten an den Erfahrungen der anderen Hochschulen teilhaben bzgl. der inhaltlichen Ausgestaltung sowie der Motivationshintergründe der Studentinnen, aber auch deren Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt nach erfolgreichem Abschluss im Frauenstudiengang.

Dr. Ulrike Struwe (Leiterin der Geschäftsstelle Komm, mach MINT. und Geschäftsführerin Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.) hielt einen Impulsvortrag zum Thema „Mehr Frauen in MINT-Studiengänge!“.

www.hochschule-ruhr-west.de/news/datensaetze-presse/2017/frauenkonferenz/

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