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Interview von Renate

Dr. Renate Treffeisen ist als Umweltingenieurin beim Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg tätig. Der Höhepunkt ihrer bisherigen wissenschaftlichen Karriere war eine Forschungsexpeditionen in die Polargebiete.

Von der Mathematik zu den Umweltingenieurwissenschaften

Dr. Renate Treffeisen hat zunächst Mathematik bis zum Vordiplom studiert und sich danach für ein Studium der Umweltingenieurwissenschaften entschieden: "Also ich musste anstatt Mathematik einfach etwas machen, was angewandter und praxisnaher ist, eine Fachrichtung, bei der Mathematik und Technik besser verknüpft sind. So bin ich zum Umweltingenieurstudium nach Berlin gekommen."

Das Studium hat sie sehr fasziniert, insbesondere die vielfältige Ausrichtung: "Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und eben Ingenieurwissenschaften, aber gleichzeitig auch viele politische und wirtschaftliche Fragestellungen". Danach hat sie ihre Promotion begonnen und parallel dazu noch am Abend das Aufbaustudium Wirtschaftsingenieurwesen absolviert "um damals, weil die  Arbeitsmarktlage so schlecht war, sich ein zweites Standbein aufzubauen".

Forschung am AWI und Expeditionen in die Polargebiete

Nach der Promotion hatte sie "das ganz große Glück" am renommierten Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung zu forschen und hat dort acht Jahre auf dem Gebiet der Staubpartikel in der polaren Atmosphäre gearbeitet. Als größten Höhepunkt dieser Zeit beschreibt sie die Forschungsexpeditionen in die Polargebiete: "Es war ein wirkliches Privileg und einfach wahnsinnig beeindruckend zwei Monate in der Antarktis vor Ort forschen zu dürfen. Dafür hat sich das enorm hohe Arbeitspensum gelohnt, das man im wissenschaftlichen Alltag haben muss. Ich würde sagen, das war das größte Highlight meiner wissenschaftlichen Karriere."

Neue Aufgaben im Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg

Seit drei Jahren arbeitet sie nun nicht mehr direkt in der Forschung, sondern im Klimabüro für Polargebiete und Meeresspiegelanstieg in Bremerhaven. "Das erklärte Ziel des Klimabüros am Alfred-Wegener-Institut ist es, die Ergebnisse der klimarelevanten Schwerpunktforschung des Instituts so aufzubereiten, dass möglichst viele Menschen sie verstehen und darüber hinaus auf dieser Basis das Thema Klimawandel noch stärker in die Gesellschaft hineinzutragen."

Diese Stelle bringt völlig neue Aufgaben mit sich und stellte Frau Dr. Treffeisen zu Beginn vor ganz neue Herausforderungen: "Ich habe ja keine Erfahrung mit Wissenskommunikation, z.B. keine journalistische Ausbildung, und ich habe nicht gelernt, Texte verständlich für Laien zu schreiben und Inhalte anschaulich aufzubereiten. Ich war ja vor dem Wechsel Wissenschaftlerin. Die Veröffentlichungen von Wissenschaftlern sind viel theoretischer und "trockener", aber wissenschaftliche Texte und Arbeiten haben auch ganz andere Adressaten. Trotzdem, und diese Aussage ist mir sehr wichtig, es war die richtige Entscheidung, da hat das Bauchgefühl einfach Recht gehabt. Ich bin sehr froh, dass ich diese Entscheidung zum Wechsel getroffen habe."

Ihr Rat: Auf das Bauchgefühl hören und mutig sein

Gerade nach diesem Bauchgefühl und der Faszination für die Sache folgend hat Dr. Renate Treffeisen ihre beruflichen Entscheidungen getroffen und genau das rät sie auch jungen Studentinnen: "Sucht euch das aus, was euch am meisten fasziniert und begeistert. Alles andere wird automatisch kommen. Ihr müsst einfach etwas machen, bei dem ihr voll dahinter steht. Und wenn man eben nach einem oder zwei Semestern merkt, das ist nicht ganz das Richtige, dann sollte man den Mut haben, nach einer geeigneten Alternative zu suchen. Diesen Mut muss man einfach haben. Mir hat er auf meinem beruflichen Werdegang immer Recht gegeben. Ich glaube, jeder hat ein ganz gutes Gefühl dafür, wo er seine Stärken hat und wo er sich einbringen möchte. Klar, sollte man nicht bei jeder Hürde gleich die Flinte ins Korn werfen. Aber wenn man das Gefühl hat, ach, das ist einfach gar nicht das, was man sich vorstellt, und es macht keinen richtigen Spaß, dann sollte man eher sagen: O.k., ich schaue mal, ob es nicht doch noch etwas gibt, was besser zu mir passt."

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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