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Technik

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Interview von Jelena

Dr. Jelena Stojadinovic studierte Energie und Prozesstechnik in ihrer Heimatstadt Kragujevac/Serbien. 2005 ging sie an die EPFL – Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (Abteilung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik) in der Schweiz und promovierte dort in Triboelektrochemie. Seit 2011 arbeitet sie an der Ruhr Universität Bochum an der Entwicklung hochentwickelter Materialien für Membranen in der Elektrolyse zur Wasserstoffproduktion. Mit ihrer Arbeit hat sie den ersten Platz beim Wettbewerb Engineer Powerwoman 2015 belegt.

Frau Stojadinovic, die umweltschonende und möglichst kostengünstige Herstellung von Energie ist die größte Herausforderung zur Deckung des weltweit steigenden Energiebedarfs. Bei dieser "Rechnung" fehlt aber noch etwas, oder?

Nun, der wachsende Anteil an erneuerbaren Energieträgern führt dazu, dass Energieangebot und -nachfrage zeitlich nicht deckungsgleich sind. Entsprechend wichtig ist neben der Herstellung von Energie logischerweise die sicherere und effiziente Energiespeicherung und -vorhaltung.

Und genau in diese Richtung geht Ihre Forschung?

Ja, wir arbeiten an der Herstellung von Wasserstoff, der mittels Elektrolyse aus regenerativ erzeugtem Strom gewonnen wird und als Speichermedium dienen kann. Genauer gesagt forschen wir an der Entwicklung einer sogenannten Separator-Membrane, die benötigt wird um in der Elektrolyse den Wasserstoff von Sauerstoff zu trennen. Früher waren diese Membrane aus Asbest, heutzutage ist Asbest jedoch verboten – entsprechend geht die Forschung in Richtung hochwertiger Alternativen.

Wir haben im Rahmen unserer Forschung Resultate aus der Batterieforschung auf das Gebiet der Wasserelektrolyse übertragen und konnten dadurch einen Gas-Separator entwickeln, der nicht nur eine hervorragende Ionen-Leitfähigkeit aufweist, was den Energiebedarf des Elektrolyse-Prozesses senkt, sondern auch seine Eigenschaften als Gasbarriere sind exzellent, was eine hohe Reinheit des Produktes ermöglicht und die Gefahr von Gasvermischung reduziert. Entsprechend erhalten wir ein Produkt – also Wasserstoff – dass sich als Energieträger für regenerativ hergestellte Energie bestens eignet.

War Ihnen schon in der Schule klar, welchen beruflichen Weg Sie einschlagen wollen?

Mein Traum war es Architektur zu studieren, aufgrund der damals herrschenden Umstände in Serbien und Jugoslawien konnte ich meine Heimatstadt Kragujevac jedoch nicht verlassen und entschied mich deshalb für das Studium Energie und Prozesstechnik, dass auch in Kragujevac angeboten wurde. Schon während des Studiums faszinierten mich erneuerbare Energie- und Stoffumwandlungsprozesse. Bereits zu diesem Zeitpunkt habe ich den Entschluss gefasst, in diesem Bereich weiter zu forschen und mein Wissen für die Verbesserung der Energieversorgung einzusetzen.

Mittlerweile haben Sie ein Start-up Unternehmen gegründet – welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich für Ihre eigene Karriere?

Mit unserem Unternehmen MEMBRASENZ wollen wir die von uns entwickelte Membran auf den Markt bringen und weiter im Bereich der Energieumwandlung und -speicherung forschen. Ich persönlich finde es spannend und wichtig, an der Entwicklung von neuen und innovativen Produkten mitzuarbeiten, die uns helfen die Umwelt zu schonen und gleichzeitig die weltweit benötigte Energie bereitstellen. Gerne würde ich mit diesem Schwerpunkt auch in die Lehre einsteigen und über neue Materialien im Bereich Energieumwandlung lehren.

Welchen Rat würden Sie einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt ob sie ein technisches Studium aufnehmen soll?

Im MINT-Bereich sind viele spannende Berufsfelder zu finden die uns täglich neu herausfordern. Wichtig ist es, den Bereich zu finden, der am meisten den eigenen Interessen entspricht. Dann wird es nie langweilig!

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