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Interview von Daniela B.

Daniela Baris ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am KIT, dem Karlsruher Institut für Technologie – Institut für Technische Chemie_Verbrennungstechnologie (KIT/ITC). Mit der Versuchsanlage Apello 13 hat sie es unter die drei Bestplazierten beim Wettbewerb "Ingenieurinnen und ihre Leistungen" geschafft.

Frau Baris, die Versuchsanlage Apello 13 – was genau müssen wir uns darunter vorstellen?

Bei Apello 13 handelt es sich um einen Pelletofen, der so umgebaut wurde, dass der Pufferspeicher reduziert und der Brennstoff effizienter genutzt werden kann. Pelletöfen sind zwar generell ressourcenschonend und die Verbrennung von Pellets ist schadstoffarm, eine Ausnahme bilden jedoch die An- und Ausschaltvorgänge, bei denen teilweise deutlich höhere Emissionen auftreten können. Dies wiederum ist darauf zurückzuführen, dass der Umsatz von Pellets in Pelletöfen im Vergleich zu Gas- und Heizölfeuerungen träge ist. Kurzfristige Wärmebedarfsschwankungen müssen entsprechend durch ein Speichersystem abgefangen werden.

Durch die patentierte Idee zur Versuchsanlage Apello13 ist es mit Hilfe von einer zweiten Brennstufe möglich, kurzfristigen Wärmebedarf effektiver decken zu können. In dieser zweiten Brennstufe werden die Pellets zerkleinert und direkt in die Flamme der ersten Brennstufe gefördert. Durch die Zerkleinerung wird die spezifische Oberfläche vergrößert, welches den Stoff- und Wärmeübergang verbessert und so zu einer schnelleren Wärmefreisetzung führt. Dies ist nicht nur ressourcenschonend, weil weniger Brennstoff verbraucht werden muss, sondern auch umweltfreundlich, da Emissionen und Brennstoffe deutlich eingespart werden können.

Es geht also im Kern um die ressourcenschonende und umweltfreundliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe. War es schon immer Ihr Ziel in diesem Bereich zu arbeiten?

Die Weltbevölkerung wächst, und mit ihr die anfallenden Abfallmengen und die Notwendigkeit, unser ökonomisches und ökologisches Wirtschaften mit Ressourcen zu verbessern. Mich hat es schon immer interessiert, an der Entwicklung von neuen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen oder auch Abfall mitzuwirken, um so vielleicht etwas zur Lösung unserer Ressourcenprobleme beizutragen.

Was ist für Sie das ganz Besondere an Apello 13?

Apello 13 hat mir gezeigt wie man aus einer Vision einen Weg kreiert, diesen ausbaut und durch Innovationen in die Tat umsetzt, so dass am Ende der Kette ein Produkt von großem Nutzen gereift ist. Mich freut es bei der Entwicklung und Entstehung eines Produktes mitgewirkt zu haben, dass es uns allen ermöglicht etwas für die Umwelt zu tun, das Geld einspart und Ressourcen schont. Die Arbeit an Apello 13 hat mir auch gezeigt, dass Spontanität und Kreativität ganz wichtig sind um neue Ansätze und Ideen zu kreieren. Und um erfolgreich einen langen Entwicklungsweg zu gehen ist ein gesunder Optimismus nicht nur für das Projekt und das Team sondern auch für die eigene Motivation hilfreich.

Umwelt und Energie sind für viele junge Menschen Fachgebiete, in denen sie gerne später einmal arbeiten würden. Welchen Weg haben Sie eingeschlagen, um in diesen Bereichen Fuß zu fassen?

Mir war immer ein grundsolides praktisches Standbein wichtig. Aus diesem Grund habe ich vor meinem Studium zuerst eine Ausbildung als chemisch-technische Assistentin abgeschlossen. Als CTA konnte ich dann während meiner gesamten Studienzeit arbeiten. Studiert habe ich Verfahrens- und Umwelttechnik, unter anderem mit den Schwerpunkten Abgasreinigung/Immissionsschutz und thermische Behandlung von Rest- und Abfallstoffen. Den Schwerpunkt Energietechnik und -management habe ich anschließend im Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen belegt. Mein Interesse an Biologie, Chemie und anderen physikalischen und chemischen Zusammenhängen hat mir sehr geholfen die technischen Prozesse und Anwendungen zu verstehen.

Welchen Tipp würden Sie jungen Frauen geben, die überlegen, ob sie ein umwelttechnisches oder auch generell ein technisch-naturwissenschaftliches Studium aufnehmen sollen?

Da gibt es eigentlich gar nichts Spezielles dazu zu sagen. Durchhaltevermögen, Willen, Kreativität und Selbstbewusstsein sollten Grundvoraussetzungen sein für alles was man im Leben beginnt. Man sollte Spaß und Freude an naturwissenschaftlichen und technischen Themen und Abläufe haben und sich bewusst sein, dass man sich in einer Männerdomäne als Frau ganz gut behaupten kann.

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