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Naturwissenschaften

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Interview von Manja

50 % eines Biochemie-Studiums besteht aus praktischer Laborarbeit. Das hat die 27-jährige Manja begeistert, die nach ihrem Diplom nun auch promovieren möchte.

Was und an welcher Hochschule haben Sie studiert?

Ich habe Biochemie (Diplom) an der Universität Leipzig studiert.

Was hat Sie dazu bewogen, dieses Studium zu realisieren? Haben Sie erst eine andere Richtung eingeschlagen?

Ich wollte gern nach dem Studium forschen. Mit einem Biochemie-Studium bekommt man für eine Forschungslaufbahn optimale Voraussetzungen vermittelt. Ich hatte ursprünglich überlegt, Ernährungswissenschaften zu studieren, da ich Stoffwechselvorgänge in der Schule spannend fand. Hierzu lernt man aber auch im Biochemie-Studium sehr viel. Das Biochemie-Studium ist jedoch vielseitiger und so habe ich mich dafür entschieden.

Hatten Sie vor oder während des Studiums bereits praktische Erfahrungen in Form von Nebenjobs, Ferienjobs, Teilnahme am Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag, Praktika, Werkstudentinnentätigkeiten?

Während der Schulzeit habe ich keine Nebenjobs oder Praktika in einem Labor gemacht. Das ist jedoch auch nicht unbedingt notwendig, da man im Studium sehr viel praktische Erfahrung sammelt. Während des Studiums hatten wir sehr viele Laborpraktika, sie machen etwa 50 % der Semesterwochenstunden in unserem Studiengang aus. Hier bestand außerdem in vielen Labors der Uni und angegliederter Institute die Möglichkeit, als studentische Hilfskraft im Labor zu arbeiten und Erfahrung zu sammeln.

Haben Sie ein Auslandsstudium absolviert? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Ich habe ein Semester (das 7.) im Ausland verbracht und dort meine Studienarbeit angefertigt. Ich war über Erasmus in Cardiff und habe 12 Wochen in einem Labor der Uni an einem eigenen Projekt gearbeitet. Die Möglichkeiten, ein oder zwei Semester ins Ausland zu gehen, sind bei uns sehr vielfältig und werden von vielen Studierenden genutzt.

Welchen Rat würden Sie einer Schülerin mit auf den Weg geben, die überlegt ob sie in einem MINT-Fach studieren soll?

Auf geht‘s! Fachkräfte werden dringend gebraucht und beim Studium einer Naturwissenschaft lernt man wirklich etwas. Ich habe einige Freunde, die etwas Soziales studiert haben und die hinterher enttäuscht waren, weil man ihnen im Studium wenig Neues vermittelt hat.
Allerdings sollte man als Biowissenschaftlerin darauf eingestellt sein, dass hier viele Jobs befristet sind und man, wenn man weit kommen möchte, häufiger den Arbeitsplatz wechseln muss, als in anderen MINT-Fächern.

In Ihrer Freizeit beschäftigen Sie sich am liebsten mit...

Volleyball, Beachvolleyball und vielen anderen Sportarten. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meinem Sohn.

In welcher Position arbeiten Sie?

Ich bin Doktorandin und darum als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt und gleichzeitig als Studentin an der Universität eingeschrieben.

An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit und wie dürfen wir uns dieses Arbeitgebiet vorstellen?

Ich arbeite in der Molekularbiologie daran, Bakterien zu „programmieren“, die in der Lage sind, Umweltgifte aufzuspüren und sichtbar zu machen. Hierfür arbeite ich mit DNA und RNA und auch mit Bakterienzellkulturen.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Ich arbeite 50 % am Computer und 50 % im Labor, wo ich die am Schreibtisch erarbeiteten Experimente in die Tat umsetze.

Welche besonderen Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Interessen braucht man für dieses Berufsprofil?

Man braucht viel innere Motivation, da man in der Forschung sehr, sehr viele Versuche durchführt, die nicht so funktionieren wie erwartet. Auch etwas Frustrationstoleranz sollte man mitbringen, um durchzuhalten, da sich die Erfolgserlebnisse meist erst nach einiger Zeit einstellen. Kreativität und Eigenständigkeit sind ebenfalls von Nutzen, da die Lösung für ein Problem nicht immer direkt auf der Hand liegt.

Was fasziniert Sie an Ihrer Tätigkeit am meisten?

Dass man das Ergebnis eines Experiments nie vorhersagen kann. Dies ist unter Umständen auch mal frustrierend, aber es motiviert auch, weiterzumachen.

Wie schaffen Sie es, Beruf und Familie zu vereinbaren?

Mein Partner und ich haben tolerante Chefs, die uns Freiräume geben, unseren Tag nach unserem Rhythmus zu strukturieren. Ich kann es einrichten, einen Arbeitstag im Labor auch um 16 Uhr zu beenden, mit meinem Sohn auf den Spielplatz zu gehen und dann zu Hause noch etwas weiterzuarbeiten, wenn mein Sohn im Bett ist. Da mir mein Beruf Spaß macht, habe ich auch kein Problem damit, abends noch etwas dafür zu tun. Letztlich entscheiden die meisten Doktoranden selbst, wie sie ihre Doktorarbeit strukturieren und Beruf und Familie sind darum recht gut vereinbar.

Welche beruflichen Ziele haben Sie persönlich für Ihre eigene Karriere?

Ich würde gern noch weiter forschen, vielleicht eine eigene Nachwuchsgruppe aufbauen oder nochmal ins Ausland gehen. Aber auch eine leitende Position in der Produktentwicklung in der Industrie könnte ich mir gut vorstellen.

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