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Naturwissenschaften

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Interview von Laura

Auch wenn das Studium manchmal schwer war, bereut Laura Neumann nicht Physik studiert zu haben. Ihr Vater ist Physiker - vielleicht auch deswegen fiel ihr die Entscheidung zu diesem Studiengang leicht.

Studienwahl

Laura Neumann erlangte mit dem Mathematik- und Physik-Leistungskurs ihr Abitur. Ihr Vater ist Physiker – vielleicht auch deswegen fiel ihr die Entscheidung zu diesem Studiengang leicht: „Ich wollte in eine technische Richtung und wollte einfach gucken: schaffe ich das? Ich wollte es halt auf jeden Fall versuchen, weil ich mir dachte: Wenn du es nicht versuchst, dann ärgerst du dich dein Leben lang, dass du es nicht probiert hast, weil es dir zu schwer war. Und dann habe ich es halt einfach gemacht.“

Auch wenn das Studium manchmal schwer war, bereut sie ihre Entscheidung nicht: „Theoretische Physik mochte ich nicht so gern- Es war zu sehr mathematisch abstrakt, man hatte nichts, wo man die direkte Anwendung sehen konnte. Was mir leicht fällt ist vor allem das, was ich gerne mache. Und das war jetzt auch mein Vertiefungsfach: Kern- und Teilchenphysik.“ Um für ein wenig Abwechslung in der Studienzeit zu sorgen, verbrachte Laura Neumann ein Auslandssemester in Kopenhagen. Außerdem machte sie während des Studiums ein Praktikum.

Nun hat sie begonnen ihre Diplomarbeit zu schreiben. „Da geht es um die Mitarbeit an einem SNO`, einem  Experiment in Kanada, dass unter anderem  den Neutrinolosen doppelten Betazerfall untersucht. Meine Aufgabe ist es, die Quenchingfaktoren der Szintillationsflüssigkeit des Detektors für Protonen und Alpha-Teilchen zu bestimmen – physikalisch ausgedrückt. “ Umgangssprachlich formuliert heißt das, „dass wir bei diesem Experiment mit einem Detektor aus einer Flüssigkeit arbeiten, die geladene Teilchen durch Lichtproduktion nachweist. Wichtig ist der Zusammenhang zwischen erzeugter Lichtmenge und Energie des nachgewiesenen Teilchens. Er folgt einer gewissen Funktion, in der für jede Flüssigkeit und jedes Teilchen ein charakteristischer Faktor steckt – der Quenchingfaktor.“ 

Im Anschluss an die Diplomarbeit überlegt sie sich, eine Doktorarbeit zu schreiben: „Ich würde mich freuen, wenn ich wirklich Spaß am Forschen finde, aber ich möchte nicht von vornherein sagen: das will ich unbedingt machen. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich wirklich als Physikerin arbeiten und an der Uni bleiben will oder ob ich lieber in die Industrie gehe oder etwas ganz anderes machen möchte wie z. B. als Wissenschaftsjournalistin.“ In diesem Bereich absolvierte sie schon ein zweimonatiges Praktikum bei Welt der Physik. „Das ist eine Internetplattform zum Thema Physik. Sie bringt die Physik interessierten und neugierigen Leuten näher. Alles ist so erklärt, dass man zum Verständnis kein Physikstudium braucht, nur ein bisschen Wissensdurst. Wir haben dort jeden Tag nach neuen Nachrichten im Bereich der Physik gesucht, nach neuen Entdeckungen, Ideen und Veröffentlichungen. Nachdem Durchlesen der entsprechenden wissenschaftlichen Artikel,  haben wir versucht das Thema allgemein verständlich darzustellen. Es gibt ebenfalls viele Artikeln zu allen möglichen Aspekten und Themen der Physik. Interessant ist insbesondere die Rubrik, in der Alltagsphänomene physikalisch erklärt werden. Außerdem werden ständig Podcasts aufgenommen, in denen Wissenschaftlern Phänomene und Entdeckungen erklären und Fragen der Redakteure beantworten.“

Laura Neumann sieht für sich als Frau keinerlei Nachteile im Physikstudium, obwohl sie anders als manche ihrer „männlichen Mitstreiter“ – wie vielleicht viele Frauen – nicht „mit Papi am Lötkolben war oder so.“

Persönliches Statement

Abiturientinnen und Studienanfängerinnen der Physik rät sie: „Wenn man sich dafür entscheidet, dann nicht gleich aufgeben, wenn es am Anfang keinen Spaß macht oder wenn es anstrengend und schwer ist.“ Mit einem abgeschlossenen Physikstudium kann man in sehr vielen Bereichen arbeiten: „z. B. Biophysik, Chemie, Informatik, Mathematik -  es gibt viele Schnittstellen zwischen diesen Fächern und der Physik. Falls man an einer wissenschaftlichen Laufbahn nicht interessiert ist- auch Banken, Versicherungen oder Softwarefirmen schätzen das analytische Denken des Physikers. Und letztendlich wird man auch in sehr vielen anderen Berufen genommen, auch wenn das manchmal eine langwierige Einarbeitung erfordert. Aber der Abschluss in Physik heißt, dass einem einiges zugetraut wird...“

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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