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Naturwissenschaften

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Interview von Annika

Annika Kopp arbeitet und forscht als Doktorandin im Bereich der Biophysik am Forschungszentrum Borstel. Zusätzlich zu der Arbeit an drei Forschungsprojekten betreut die zweifache Mutter Azubis in der Ausbildung zur Biologielaborantin/ zum Biologielaboranten.

Studienwahl

Annika Kopp arbeitet und forscht als Doktorandin im Bereich der Biophysik am Forschungszentrum Borstel. Bereits in der Schule hatte sie Biologie als Leistungskurs, schwankte nach dem Abitur zunächst zwischen den Studienfächern Medizin und Biologie, entschied sich dann aber  für ein Biologiestudium an der Universität Osnabrück. Im Grundstudium hat sie sich Grundwissen in Chemie, Physik und allgemeiner Biologie angeeignet, nach dem vierten Semester spezialisierte sie sich auf Biophysik. Unterstützt wurde sie von Ihren Eltern ebenso wie von ihrem Lebensgefährten, mit dem sie bereits zwei Kinder hat. Die Vereinbarkeit von Familie und Studium konnte sie relativ gut organisieren, ihre erste Tochter kam während des Bachelor-Studiengang auf die Welt, ihre zweite Tochter während des Masterstudienganges: „Während des Studiums war es doch eigentlich relativ einfach, Kinder zu kriegen […]. Wir mussten erst später Kinderbetreuung in Anspruch nehmen. Es konnte alles so verkapselt werden, dass immer jemand zu Hause war.“ 

Von der Uni in Osnabrück hätte sie sich gewünscht, dass einem während des Studiums mögliche Berufswege aufgezeigt würden. Den Berufseinstieg ohne Promotion hätte sich Annika deshalb schwieriger vorgestellt, denn es gäbe ja relativ viele Biologinnen und Biologen. Auch im Umfeld gab es oft Äußerungen zur Fächerwahl, die sie nachdenklich stimmten: „Ja da kann man die Straße mit pflastern und da wirst du immer Probleme haben.“ Das Interesse war aber größer, und die Zusage für die Promotionsstelle am Forschungszentrum in Borstel kam. Dort fühlt sie sich sehr gut aufgehoben. Die Betreuung sei super, man könne mit allen möglichen Fragen zu den Dozenten gehen.

Karriere

Annika Kopp beschäftigt sich mit insgesamt drei Forschungsprojekten, die therapeutische Wirkstoffe auf die Membranen von Bakterien untersuchen. Der biologische Teil bezieht sich auf die Arbeit im Labor und der biophysikalische Teil u.a. mit Messungen im Bereich der Elektrophysiologie: Zu ihrem Arbeitsalltag gehört die Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen ebenso wie ihre Aufgabe als Doktorandensprecherin. Zusätzlich betreut sie Azubis, die eine Ausbildung zur Biologielaborantin/ Biologielaboranten machen.

Ihre Kolleginnen und Kollegen der anderen Forschungsinstitute merkten schnell, dass Annika als zweifache Mutter das gleiche Leistungspensum bietet wie jemand ohne Kind. Und vom Forschungsinstitut selbst wird sie sehr unterstützt: „Das läuft alles reibungslos. Zwar ist mein Chef momentan selber in Elternzeit, aber das hat vielleicht auch sein Gutes. Da ist das Verständnis dann gegenseitig vorhanden, wir sind hier alle sehr familienorientiert.“ Ihr Partner und sie wechseln sich mit der Kinderbetreuung ab, mal bringe der eine die Kinder in Schule und Kindergarten und der andere hole sie wieder ab oder umgekehrt.

Die Anzahl von männlichen und weiblichen Kolleginnen und Kollegen sei in der Biologie relativ ausgeglichen. Der Frauenanteil sogar höher. Nur ab der Promotion steige der Männeranteil an, der Frauenanteil sinke, besonders in der Biophysik: „Wenn man in meinem Spezialbereich, der Biophysik guckt, da ist der Männeranteil dann natürlich wieder höher als in anderen Bereichen.“ Aber Annika findet das Arbeitsklima trotzdem prima: „Ich persönlich finde das ganz angenehm, dass wir einen ordentlichen Anteil Männer dazwischen haben.“

Für ihre Zukunft wünsche sie sich eine 100-Prozent-Stelle als Postdoc und vielleicht sogar eine Postdoc-Stelle im Ausland.

Persönliches Statement

Wichtig findet sie, „dass man sich einen Überblick verschafft, was man alles machen kann und sich irgendwo seine Nische sucht und versucht seinen Weg zu gehen“. Die Wochenenden verbringt sie mit ihrer Familie, da seien zum Glück selten Konferenzen:  „Das ist schon wichtig, dass man irgendwo die Zeit als Familie wiederfindet.“ Jungen Frauen rät sie: „Sich auf jeden Fall umgucken, flexibel bleiben und nicht gleich aufgeben, wenn man nichts findet. Irgendwo gibt es immer eine Möglichkeit.“

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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