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Mathematik

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Interview von Nicole

Dr. Nicole Marheineke, studierte Technomathematik und ist heute Professorin für Angewandte Mathematik an der Universität Erlangen-Nürnberg und wissenschaftliche Beraterin am Fraunhofer-Institut. Die 33-Jährige geht gerne ins Theater oder trainiert Schattenboxen.

In welcher Beziehung stehen Technomathematik und Babywindeln?

In meinen Forschungsschwerpunkten beschäftige ich mich mit der Filament- und Vliesherstellung. Vliesstoffe finden ihre Verwendung als Filter-, Isolations- oder Dämmmaterial, zum Beispiel auch in Hygieneartikeln wie Babywindeln. Im Produktionsprozess werden aus einer heißen Polymerschmelze durch angreifende Luftströmungen Tausende von langen, dünnen Fasern gesponnen und verwirbelt. Bei ihrer Ablage auf ein Band formen sie ein Fasergewebe. Die Homogenität dieses Gewebes in Masse und Faserorientierung bestimmt dabei maßgeblich die Qualität der Endprodukte.

... und wo steckt da die Mathematik?

Die Vorhersage und Steuerung dieser Eigenschaften bedarf der Modellierung. Das heißt, das Problem wird in die Sprache der Mathematik übersetzt, um es anschließend mit mathematischen Methoden zu lösen und mit dem Computer zu simulieren. Die Ergebnisse werden dann zur Lösung der praktischen Probleme genutzt.

Sie waren für einige Zeit in Nepal, wo Sie Mathematik ebenfalls sehr praxisorientiert angewendet haben.

Ja, mit der Erfahrung, dass man mit Mathematik Gegebenheiten verändern und verbessern kann, ging ich nach der Promotion als Dozentin an die Kathmandu University in Nepal und half bei der Etablierung eines Studiengangs für Angewandte Mathematik. Im Rahmen der Entwicklungshilfe initiierte ich gleichzeitig Projekte, die ich von mathematischer Seite betreute. Es ging dabei beispielsweise um die optimale Auslegung solarer Stromversorgungsnetze oder die Konstruktion energiesparender Öfen und Herde für die Bergdörfer im Himalaja.

Praxisbezug ist auch für Ihre Lehrtätigkeit entscheidend?

Richtig, denn die Mathematische Modellierung nimmt zunehmend eine Schlüsselrolle in der fachübergreifenden Forschung ein. Sie ist mitentscheidend für die Entwicklung in den verschiedensten industriellen Anwendungen. Deshalb möchte ich die Studierenden in meinen Veranstaltungen an aktuelle Forschungsthemen mit Praxisbezug heranführen. In sogenannten Modellierungsseminaren erarbeiten sie in Kleingruppen eigenständig ein reales Problem aus Technik, Wirtschaft oder Lebenswissenschaften.

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