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Mathematik

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Interview von Corinna

Nach ihrem Mathematikstudium an der Universität Münster ging Corinna Klapproth, 28, zum Zuse-Institut Berlin, einem Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Mathematik und Informatik, wo sie kürzlich ihre Doktorarbeit fertig gestellt hat. Lesen und Reisen zählen zu Corinnas Hobbys.

Frau Klapproth, in Ihrer Doktorarbeit beschäftigen Sie sich mit Gelenken, insbesondere mit Knien. Worum geht es dabei genau?

Es geht konkret um die Modellierung und Simulation des menschlichen Ganges. Dafür haben wir schnelle und effiziente Algorithmen entwickelt, mit denen sich die Bewegungen von Ober- und Unterschenkelknochen, Knorpel usw. individuell berechnen lassen. Ziel dieses Projektes ist es, eine computergestützte Planung von Operationen am Kniegelenk zu ermöglichen und geeignete Knieimplantate für jede einzelne Patientin und jeden einzelnen Patienten auswählen beziehungsweise designen zu können.

Wie sind Sie zu diesem Fachgebiet gekommen?

In meinem Mathematikstudium habe ich als Schwerpunkt numerische Mathematik gewählt. Dies ist ein Bereich der Angewandten Mathematik, in dem es um die Konstruktion und Analyse von Algorithmen für mathematische Probleme geht. In meiner Doktorarbeit wollte ich mich mit einem Thema beschäftigen, das praxisorientiert ist. Anwendungen in der Medizin fand ich schon immer besonders spannend.

Ist da viel Teamarbeit gefragt?

Natürlich gibt es immer wieder Phasen, in denen man alleine an Beweisen knobelt, und das wird sicherlich auch immer nötig sein. Es wird aber auch viel im Team gearbeitet. Gerade bei komplexen, interdisziplinären Fragestellungen, wie sie in der angewandten mathematischen Forschung häufig vorkommen, sind in der Regel Fachkräfte aus der Informatik, der Biologie, der Medizin oder auch der Physik oder Chemie in ein Projekt eingebunden.

Ihre Doktorarbeit haben Sie vor Kurzem abgegeben, wie sehen Ihre weiteren Pläne aus?

In meinem Teilgebiet der Mathematik gibt es noch sehr viele ungelöste Fragen, die derzeit die praktische Lösung von Anwendungsproblemen erschweren. Ich möchte die aktuelle Forschung auf diesem Gebiet gerne weiter vorantreiben. Am Herzen liegt mir aber auch der verstärkte Einsatz von Mathematik in der Medizin, der sicherlich noch viele technische Verbesserungen und Neuerungen ermöglichen wird.

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