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Mathematik

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Interview von Clara

Clara Nadenau studiert Mathematik im 9. Semester an der RWTH Aachen. Im Bachelorstudiengang hatte sie Physik als Nebenfach, für den Masterstudiengang hat sie Informatik als Nebenfach gewählt.

Studienwahl

In der Schule war Mathe für sie ein Lieblingsfach. Auch andere naturwissenschaftliche Fächer, wie Biologie, Physik und Chemie haben sie interessiert, ihre interdisziplinäre Verbindung fasziniert. Clara hat bei „Jugend forscht“ mitgemacht und Spinnen aus drei verschiedenen Disziplinen beobachtet: In der Biologie ging es um die Anatomie, in der Physik und der Chemie ging es um die Spinnenfäden: „Diese Spinnenfäden. Wenn man die hochrechnet, dann sind die super stabil.“ Die Leistung der Spinnen fasziniert sie: Man könne Klamotten oder Brückenseile aus den Fäden machen, so stabil seien diese.

Nach dem Abi war sich Clara Nadenau sicher, dass sie Mathe studieren möchte. Da sie als Kind und in der Schule Mathe als etwas Positives erlebte, wollte sie sich der Herausforderung stellen, im Studium noch mehr darüber zu erfahren. „Ich wollte auch wissen, was noch mehr dahinter steckt.“

In den ersten vier Semestern des mathematischen Studiums umfasste der Studienplan die Grundlagen der mathematischen Ausbildung. Speziell heißt das, dass die Fächer lineare Algebra, Analysis, Stochastik und Numerik gelehrt werden.

Hierbei werden auch immer wieder Schulinhalte aufgegriffen, vertieft und erweitert. Da die Verbindung zwischen der Informatik und der Mathematik in den modernen Studiengängen betont werden soll, werden neben diesen eher theoretischen Grundlagen auch Programmierpraktika angeboten. In einem dieser Praktika steht an der RWTH Aachen die Arbeit mit einem ‚Computer-Algebrasystem‘ im Vordergrund.

Über diese Programmgruppe äußert Clara sich begeistert: „So ein bisschen kann man da mit Strukturen arbeiten, die man in der (linearen) Algebra hat. Bezogen auf die Schulmathematik kann man auch mit Matrizen rechnen, ableiten oder integrieren.“

Eben die Strukturen machen ihre Faszination an der Mathematik aus.  Auch wenn man erst nur Definitionen bekomme und noch nicht so recht wisse, was dahintersteckt, so füge sich am Ende, wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt hat,  doch alles zusammen: „Wie ein Puzzle. Das finde ich total faszinierend.“

Im Mathestudium wird so gut wie alles, was behautet und genutzt wird auch bewiesen. „Sehr kurz gefasst läuft das in einer Vorlesung so ab, dass ein paar Sachen definiert werden. Dann werden Aussagen aufgestellt, die bewiesen werden.“

In der Folgewoche gibt es dann meist eine Übung, in der die Inhalte nochmals erklärt und vertieft werden. Schließlich werden Hausaufgaben gestellt, die in kleinen Gruppen von den Studierenden bearbeitet und ich einer Globalübung vorgerechnet werden.

Für Informatik als Nebenfach hat sie sich entschieden, da sie gerne in diesem Bereich arbeiten würde. Zudem hat sie im Mathestudium schon Programmierfächer besucht und Spaß daran gefunden: „ Und da dachte ich, das lohnt sich das zu machen, was ich später machen will und wo ich Spaß dran habe.“

Clara ist von Arbeitsumfeld an der Uni begeistert. „Bei uns an der Uni unterstützt man sich gegenseitig. Das ist toll.“ Zum einen schätzt sie, dass ProfessorInnen und AssistentInnen viel Wert auf eine gute Betreuung legen und dass ältere Studierende gerne  helfen oder Tipps geben. Besonders positiv und ein zentraler Teil ihres Studiums ist aus Claras Sicht aber das gemeinsame Lernen und Erledigen von Hausaufgaben. Der Austausch in kleinen Gruppen ist hilfreich, eigene Denkfehler werden schneller erkannt und oft helfen die verschiedenen Denkansätze zusammen, Probleme zu Lösen. Dazu komme, dass es Spaß mache und motiviere gemeinsam zu lernen.

Dass Clara am Anfang des Studiums auch Misserfolge hatte, schreckt sie nicht weiter ab. Misserfolge, so sagt sie, hätten ihre Persönlichkeit mitgeprägt, sie stark gemacht und gehörten dazu.

Mittlerweile hat sie ihren Bachelor mit einer guten Bachelorarbeit im Bereich der algebraischen Zahlentheorie bestanden und bereitet sich auf Ihre Masterprüfung im nächsten Jahr vor.

Frauen in MINT-Studiengängen sind für Clara selbstverständlich. Auch aus ihrem Umfeld in der Schulzeit kennt sie Mitschülerinnen, die jetzt ein MINT-Fach studieren.

An ihrer eigenen Uni hat sie nicht das Gefühl, dass sie als Frau in einem MINT-Fach nicht ernst genommen wird. Rivalität zwischen den Frauen gebe es an ihrer Uni nicht. Das liegt ihrer Meinung nach daran, dass die Einstellung an der RWTH Aachen gut ist, dass kooperiert wird und dass gute Zusammenarbeit im Studienalltag meist für alle Beteiligten hilfreich und wichtig ist. Außerdem seien die Jobchancen gut: „ Wir kriegen überall gesagt, dass man mit Mathe gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Es macht vielleiecht auch etwas aus, dass diese Rivalität nicht so nötig ist.“

Ihr Traumjob liegt im Bereich der Informatik: „Ich programmiere einfach gerne.“ Das Denken in Strukturen, das sie im Mathestudium gelernt hat, würde sie gerne im Berufsleben in Form von Computerprogrammen lebendig werden lassen.

Persönliches Statement

Ab diesem Semester hat sie einen Job an der Uni: Sie hält ein Tutorium, in dem sie den Studierenden der ersten Semester unter die Arme greift. Ihr Tipp für Studierende der Mathematik lautet: „Selbstvertrauen. Es ruhig ausprobieren und nicht daran verzweifeln, wenn es mal nicht so gut läuft.“ 

Claras Fazit zu ihrer Studienwahl lautet: „Mathe ist ein tolles Fach!“

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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