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Mathematik

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Interview von Anna-Maria

Dr. Anna-Maria von Pippich ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin und forscht auf dem Gebiet der Zahlentheorie. Die 32-Jährige ist Mitglied in der Berlin Mathematical School und verbringt ihre Freizeit am liebsten mit Lesen oder Sporttreiben.

Frau von Pippich, geben Sie uns bitte ein Beispiel für ein zahlentheoretisches Problem.

Eines der bekanntesten Probleme aus dem Bereich der Zahlentheorie ist der sogenannte letzte Satz von Pierre de Fermat aus dem 17. Jahrhundert, mit dem er die Behauptung aufstellt: Es gibt keine ganzen positiven Zahlen a, b, c mit der Eigenschaft, dass a^n + b^n= c^n für eine ganze Zahl n > 2 gilt. Wie viele andere Vermutungen der Zahlentheorie ist auch diese schon für Schülerinnen verständlich. Trotzdem dauerte es mehr als drei Jahrhunderte, bis 1995 bewiesen wurde, dass der Satz von Fermat zutrifft, und es gibt nur sehr wenige Mathematikerinnen und Mathematiker, die den Beweis in jedem Detail verstehen, da er sehr lang ist und viel spezifisches Fachwissen erfordert.

Und wo finden sich in der Praxis zahlentheoretische Anwendungen?

Die Zahlentheorie ist zwar eine sehr theoretische Wissenschaft und ihre Resultate sind sehr abstrakt, aber es gibt immer wieder auch überraschende Anwendungen. Dass die sehr theoretischen Forschungsergebnisse der Zahlentheorie aus den 60er Jahren heute in jedem Handy, in jeder Geldkarte stecken und unsere Datensicherheit gewährleisten, hätten sich sicher auch die Zahlentheoretikerinnen und -theoretiker von damals nie so vorstellen können. In gewisser Weise sind Mathematikerinnen und Mathematiker sozusagen ihrer Zeit immer ein bisschen voraus.

Sie sind wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität und forschen auf dem Gebiet der Zahlentheorie. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Während des Semesters unterrichte ich Studierende, erstelle Arbeitsblätter, helfe in meiner Sprechstunde Studierenden bei inhaltlichen Problemen, betreue Klausuren oder bin Beisitzerin bei mündlichen Prüfungen. Als Forscherin auf dem Gebiet der Zahlentheorie versuche ich, offene Fragen der Zahlentheorie zu beantworten. Dies geschieht oft in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen und kann manchmal sehr lange dauern. Allerdings bleibt das, was man einmal als richtig bewiesen hat, auch für alle Zeiten richtig und kann als Grundlage für weitere Forschungen verwendet werden.

Wie sind Sie eigentlich zur Mathematik gekommen?

Ich habe den Umweg über Theater- und Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte genommen. In diesem Studium stellte ich aber recht schnell fest, dass mir für die ständige Analyse von Gedichten schlichtweg die Geduld fehlt. Glücklicherweise kam ich über mein Nebenfach Logik mit der Mathematik in Berührung. In der ersten Vorlesung habe ich zwar kaum ein Wort verstanden, aber ich war mir sicher, dass ich genau das lernen wollte.

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