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Mathematik

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Interview von Angelika

Angelika Ohse ist seit dem Abschluss ihres Mathematik-Studiums als Software-Entwicklerin und Projektmanagerin im IT-Bereich tätig. Das Mathestudium empfand sie nicht immer als leichte Aufgabe, aber „durchhalten“ war die Devise.

Studienwahl 

Als gebürtige Hamburgerin entschied sich Angelika Ohse für ein Studium in ihrer Heimatstadt. Nachdem sie an einer Mädchenschule ihr Abitur gemacht hatte, studierte sie Mathematik, zunächst mit dem Nebenfach Physik. Da sie sich für das damals neue Berufsfeld Informatik interessierte, entschloss sie sich für Informatik als Nebenfach und legte Physik ab. Weil sie zu ihrem eher theoretisch ausgerichteten Mathestudium noch ein praxisorientiertes Fach belegen wollte, entschied sich für BWL als zusätzliches Nebenfach. Bereits während ihrer Schulzeit fand sie die naturwissenschaftlichen Fächer spannend, aller Klischees gegenüber Mädchen zum Trotz: „Übermäßig viele Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen kommen aus Mädchenschulen.“

Ihre Hauptfächer zum Abitur waren Mathe und Physik. Ihr Vater riet ihr zu einer Beamtenlaufbahn, weil er daran zweifelte, dass ein Studium sich für eine Frau lohne. Aber Angelika Ohse entschied sich zu studieren: „Ich fand Mathe so interessant und wenn ich schon Abi habe, wollte ich das auch studieren.“

Dass sie ein typisches Männerfach studierte, sieht sie im Nachhinein als Bereicherung. Sie war sich bewusst: „wenn ich etwas werden will, muss ich besser sein als die Männer und muss mehr Leistung bringen.“

Das Mathestudium empfand sie nicht immer als leichte Aufgabe. „Durchhalten, zu Hause nacharbeiten, und zwar so lange, bis es verstanden ist“, lautete die Devise: Und die Diplomarbeit sei eine echte Herausforderung gewesen. Neben dem Studium arbeitete sie als Nachhilfelehrerin für Latein und Mathe, was sie positiv für ihr eigenes Studium fand: „Ich kann jeder Studentin nur empfehlen, Mathenachhilfe zu geben. Ich bin überzeugt, das erhöht den Überblick über die Zusammenhänge.“

Karriere

Angelika Ohses berufliche Laufbahn ist ebenso vielseitig wie beeindruckend:

Ihr Werdegang startete in einer Softwarefirma. Eine Arbeit, die Spaß macht, war ihr am wichtigsten. Deshalb nahm sie auch eine lange Fahrzeit zum Arbeitsort auf sich. Ihre Aufgabe war die Entwicklung eines Lohn- und Gehaltabrechnungsprogramms. Der direkte Kundenkontakt machte ihr Spaß. Dabei stärkte sich auch ihr Selbstbewusstsein. Als ihre Projektleiterin in Elternzeit ging, übernahm sie das Projekt: „Da wird man ins kalte Wasser geworfen und schwimmt sich dann frei.“

Die nächste größere Station war Beiersdorf. Angelika Ohse arbeitete mit an der Entwicklung eines Vertriebs- und Marketing-Informationssystems. Als sie dort arbeitete, wurde ihre erste Tochter geboren. Sie konnte weiterarbeiten, denn die Firma hat einen eigenen Betriebskindergarten, auch schon für Babys.

Weil sie sich weiterentwickeln wollte, wechselte sie nach sieben Jahren zur Firma Schwarzkopf. Dort war ihre Aufgabe eine Kombination aus Projektleitung und Softwareentwicklung; die perfekte Mischung. Besonders interessant war es, durch die Arbeit  in verschiedene Länder des europäischen Auslands zu reisen. „Bei Schwarzkopf habe ich richtig tolle Sachen gemacht.“

Als sie hier arbeitete, wurde ihre zweite Tochter geboren. Doch als sie aus der Elternzeit zurückkam, war nichts mehr wie vorher: Das Unternehmen war verkauft, und weil ein Großteil des Personals der IT entlassen wurde, konnte sie nicht bei Schwarzkopf bleiben.

Inzwischen arbeitet Angelika Ohse seit 12 Jahren in der IT der ERGO Versicherungsgruppe.

In der Gruppe, zu der sie gehört, werden Analyse, Programmierungs- und Projektleitungs-Aufgaben erledigt. Hier beträgt der Frauenanteil ungefähr 50%. In den Bereichen mit systemnahen Aufgaben sind dagegen hauptsächlich Männer tätig.

Einsatz für MINT

Auch ehrenamtlich ist Angelika Ohse viel beschäftigt. Sie ist Mitglied im Ingenieurinnenbund und war lange Zeit im Vorstand des Akademikerinnen-Bundes aktiv. Mit dem Ingenieurinnenbund hat sie einen Arbeitskreis gestartet, der sich für einen nachhaltigen Anstieg von Frauen in MINT-Berufen einsetzt: „Man muss schon früh anfangen, die Mädchen für MINT zu begeistern und zu fördern, eigentlich schon in der Kita. Ganz wichtig ist, dass die alten Rollenvorstellungen abgebaut werden.“

Die Kombination von Beruf und Familie hat sie stets gut organisieren können. Für beide Kinder hat auch der Vater einige Monate Elternzeit genommen. Beide Töchter wurden in einer KiTa betreut, seit sie 10 Monate alt waren. Angelika Ohse hat die Erfahrung gemacht, dass die liebevolle und anregende Betreuung in der KiTa die Entwicklung und das Sozialverhalten der Kinder fördert. „‘Das Kind darf in die Kita‘ findet sie passender als ‚das Kind muss in die Kita‘. Und die Eltern sind und bleiben die wichtigsten Bezugspersonen.

Persönliches Statement

Jungen Frauen rät sie, sich in Netzwerken zu organisieren, sich gegenseitig zu unterstützen; Unterstützungsangebote im Bereich Karriere-Planung wahrzunehmen und sich zuzutrauen, Kinder und Beruf vereinbaren zu können.

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

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