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Informatik

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Interview von Barbara

Dr. Barbara Staehle arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS. Nach dem Abitur entschied sie sich trotz aller Vorurteile für ein Studium der Informatik und Mathematik in Würzburg.

Studienwahl

„Es war relativ früh klar, dass mir Mathematik Spaß macht.“ In der Schule belegte Barbara Staehle den Mathematik- und Französisch-Leistungskurs. „Meine andere Liebe wäre der Physik-Leistungskurs gewesen, das habe ich mich aber nicht getraut, schließlich waren das sieben Jungs, und ich wäre das einzige Mädchen gewesen“. Nach dem Abitur jedoch befreite sich Barbara Staehle von allen Vorurteilen und Ängsten und begann in Würzburg Informatik mit Nebenfach Mathematik zu studieren.

Wenn auch der erste Eindruck erschreckend war: „Im ersten Semester habe ich an Weihnachten gedacht: ‚Ich schmeiß das hin, ich bin zu blöd dafür, es ist mir alles zu viel‘.“ Aber sie merkte schnell, dass sie keine Ausnahme war: „Es ist einfach eine Umstellung. Wenn man an der Uni in Mathematik 50 Prozent von einem Übungsblatt hat, dann war man schon sehr gut. Und in der Schule waren 50 Prozent, gerade so eine Vier oder eine Fünf, und das ist lange her dass ich so eine Note in Mathematik hatte. Deswegen war das schon eine relative Umstellung.“ Letztendlich hielt sie durch und entpuppte sich als sehr gute Studentin.

In ihrem siebten und achten Semester verbrachte sie ein Auslandsstudienjahr an der Universität Caen in Frankreich, und vertiefte ihre Französisch-Sprachkenntnisse. 2005 erlangte sie ihr Diplom. Nachdem sie auf Empfehlungen des Professors, der ihre Diplomarbeit betreut hatte, einige Monate an einem Forschungsprojekt am Forschungszentrum Telekommunikation Wien mitgearbeitet hatte, kehrte sie nach Würzburg zurück. Selbiger Professor gab ihr eine Assistentenstelle am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze wo sie an verschiedenen Projekten mitarbeitete, Studierdende betreute und ihre Doktorarbeit über „Modellierung und Optimierungsmethoden für drahtlosen Sensor- und Mesh-Netze“ schreiben konnte. Diese hat Barbara Staehle im Mai 2011 abgegeben und im Juli erfolgreich verteidigt.

Karriere

Im Dezember 2010 äußerte sie sich, nach ihrer Arbeit befragt, wie folgt „Unser aktuelles Projekt, woran ich auch am meisten Spaß habe, hört auf den klangvollen Namen AquareYoum, was für Application and Quality of Experience-Aware Resource Management for YouTube in Wireless Mesh Networks steht.“ Hinter dem kompliziert klingenden Namen verbirgt sich die Idee, Änderungen in einem drahtlosen Mesh-Netz vorzunehmen um zu verhindern dass ein YouTube Video hängenbleibt. Was sich in der Theorie ganz einfach anhört, war nur durch die Kombination einer Menge von Softwarewerkzeugen möglich, die in Zusammenarbeit mit einem Team von KollegInnn und Studierenden umgesetzt wurde. Die Mühe wurde belohnt, da die Gruppe im März 2011 den KuVS Communication Software Award erhalten hat. Seit Oktober 2011 ist Barbara Staehle für das Fraunhofer IIS tätig und arbeitet dort an Protokollen für energieeffiziente drahtlose Sensornetze. Das passt ganz gut dazu, dass sie immer wusste was sie „auf jeden Fall machen möchte: Forschen und Entwickeln.“

Einsatz für MINT

Barbara Staehle ist Mitglied in der Gesellschaft für Informatik, im VDE, sowie im amerikanischen IEEE. „Das habe ich einfach von meinem Vater gelernt, der war immer Mitglied in der Gesellschaft Deutscher Chemiker.“ Zusätzlich ist sie als MINT Role Model aktiv und engagiert sich bei CyberMentor, dem Mentoring Program der Uni Regensburg.

„CyberMentor soll dazu dienen das Interesse von Mädchen an MINT-Berufen zu wecken, allerdings eher auf einer etwas persönlicheren Schiene. Jede Mentorin, die sich anmeldet, bekommt eine Mentee zugeordnet. Mit dieser Mentee tauscht man sich regelmäßig aus, trifft sich vielleicht auch mal und spricht über MINT- Fragen, erzählt aus dem Beruf, oder gibt Rat bei Schulproblemen. Und zusätzlich gibt es auch noch ein Forum, wo man sich mit allen Mentees und Mentorinnen über verschiedenste Themen austauschen kann. Da bin ich jetzt das dritte Jahr dabei und mir hat das immer Spaß gemacht.“

Persönliches Statement

Schülerinnen und Studentinnen rät sie: „Sich nicht unterkriegen lassen. Die eigene Leistung nicht unterschätzen. Und - sich nicht immer mit anderen vergleichen wollen. Jeder Mensch hat seine ganz eigenen persönlichen Stärken und Schwächen, und wenn man sich mit anderen vergleicht, dann vergleicht man eigentlich immer nur die Dinge, die man weniger gut kann als andere.“ Außerdem etwas das sie verpasst hat: während des Studiums Praktika zu machen. „Wenn man nach dem Studium gleich irgendwo arbeiten will, dann ist es definitiv sinnvoller, irgendwo ein Praktikum gemacht zu haben, einfach dass man schon mal sieht, wie es in der freien Wirtschaft läuft. So sammelt man ganz andere Erfahrungen, als an der Uni.“

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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