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Informatik

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Interview von Anett

Anett Mehler-Bicher ist Professorin für Wirtschaftsinformatik und seit April 2012 Dekanin des Fachbereichs Wirtschaft an der Fachhochschule Mainz. Neben den Aufgaben und Lehrtätigkeiten am Lehrstuhl hatte sie bereits die Stellung der Frauenbeauftragten, die Leitung verschiedener Prüfungsausschüsse und verschiedene Studiengangleitungen inne und ist derzeit die E-Learning-Koordinatorin des Fachbereichs wie auch die Internetbeauftragte der gesamten Hochschule.

Studienwahl

Ihr Studium schloss Anett Mehler-Bicher an der Universität Mainz in Diplom-Mathematik mit dem Nebenfach Betriebswirtschaftslehre ab. Das Mathestudium hat an sich wenig mit der Schulmathematik zu tun. „In dem ganzen Mathestudium habe ich nicht einmal einen Taschenrechner in der Hand gehabt. Es ist schon alles sehr abstrakt.“ Sie schrieb  eine eher praxisbezogene Abschlussarbeit im Bereich der Statistik an einem medizinisch-ausgelegten Lehrstuhl. Sowohl in der BWL wie auch in ihrem Hauptstudium konnte ein Schwerpunkt auf (Wirtschafts-)Informatik gelegt werden, was ihr sehr viel Spaß gemacht hat. „Ich habe auch sehr gern Numerik gemacht, Optimierungsfragen oder anwendungsorientiertere Geschichten.“

Karriere

Nach ihrem Diplomabschluss reiste sie erst einmal 2 Monate durch die USA, bevor sie in der freien Wirtschaft als Systemingenieurin eine Tätigkeit fand. „Es war nach dem Studium eigentlich auch klar, dass ich gedacht habe: Jetzt gehst du erst mal ein bisschen in die Wirtschaft und schaust, wie es dir gefällt. An die Hochschule kannst du immer noch zurückgehen, wenn du noch promovieren möchtest.“ So wechselte sie nach kurzer Zeit zur European Business School (EBS), an der sie als Projekt-, später als Lehrstuhlassistentin zusammen mit Siemens Nixdorf Projekte betreute, die sich unter anderem mit Modellierungstechniken beschäftigten. „Das gefiel mir eigentlich sehr gut und so bin ich immer stärker in die Schiene Wirtschaftsinformatik gekommen, und habe mir dann auch überlegt, in Wirtschaftsinformatik zu promovieren.“ Ihre Promotion schloss Anett Mehler-Bicher extern ab und konnte dadurch als Wissenschaftliche Dozentin (vergleichbar Juniorprofessorin) an der EBS weiterarbeiten. Gleichzeitig gründete sie mit einem Vorgesetzten ein kleines IT-Unternehmen und agierte dort als Geschäftsführerin. Während dieser Tätigkeit und den Anfängen ihrer Habilitation merkte sie allerdings: „Mehr Spaß macht mir eigentlich die Lehre“. Auf die ausgeschriebene Professur für Wirtschaftsinformatik an der FH Mainz bewarb sie sich und bekam die Stelle.

Die Arbeit an einer Hochschule schätzt Anett Mehler-Bicher sehr. „An der Hochschule hat man natürlich viel mehr Möglichkeiten, seine Präferenzen auszuleben. Also, ich gehe mehr in die Selbstverwaltung, ich kann sagen, ich mache mehr Forschung oder ich schreibe mal ein Buch. Solche Möglichkeiten hat man in der Wirtschaft nicht, wobei man an der FH auch sehr viel mit Unternehmen zusammenarbeitet, also wirklich anwendungsorientierte Forschung macht. Und dieser Mix, der ist eigentlich so interessant, dass ich gerne mal das eine oder andere Projekt mit Unternehmen zusammen mache.“

Während der verschiedenen Tätigkeiten an der EBS und FH Mainz bringt Anett Mehler-Bicher drei Töchter zur Welt. Familie und Beruf lassen sich gut vereinbaren, „es ist natürlich immer ein gewisser Spagat“. Als Frau müsse man sich aber auch fragen: „Möchte ich das denn auch organisieren können? Wieso soll ich da auch zurückstehen und Hausfrau und Mutter sein? Es ist einfach mehr Organisation.“ Weder ihren privaten noch ihren beruflichen Weg bereut sie.

Studentinnen rät sie den Kontakt zur Wirtschaft, „dass man das eine oder andere Praktikum macht oder eventuell auch die Bachelor- oder Masterarbeit in einem Unternehmen schreibt. Dann ist im Prinzip der erste Schritt in die Berufstätigkeit auch schon getan.“

Persönliches Statement

Für ihre Wirtschaftsinformatik-Studiengänge am Fachbereich wünscht sich Anett Mehler-Bicher einen größeren Frauenanteil unter den Studierenden. „Ich leite einen Master, der heißt IT-Management, das entspricht im wesentlichen Wirtschaftsinformatik. Wenn man da 5 Prozent Frauen hat, ist das viel.“ Beruflich sind die Chancen für eine Einstellung zudem gut: „Die Situation für Absolventen und Absolventinnen im Wirtschaftsinformatikbereich und auch Informatik, die sind so gut wie eigentlich noch nie. Also, sie werden kein Problem haben auf dem Arbeitsmarkt.“                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 „Ich würde ihnen auch empfehlen, mal ein Semester ins Ausland zu gehen, um da auch mal eine andere Kultur kennenzulernen, neue Erfahrungen zu gewinnen und auch einfach mal über den Tellerrand hinaus zu schauen.“

Dieses Interview wurde geführt im Projekt "MINT-Weibsbilder", ein Teilprojekt des Verbundvorhabens „MINT Role Models – Ein integratives Konzept zur nachhaltigen Steigerung des Anteils von Frauen in MINT-Berufen″. Es wurde im Rahmen des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.″ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

 

 

 

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