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Die Partner

Deutscher Akademikerinnen Bund e.V. (DAB)

Der 1912 gegründete Deutsche Akademikerbund e.V. ist ein unabhängiger, überkonfessioneller und überparteilicher Zusammenschluss von Akademikerinnen aller Disziplinen und Akademikerinnenverbänden mit kooperativer Mitgliedschaft.

Der DAB setzt sich ein für die Förderung von Akademikerinnen und Studentinnen im In- und Ausland. Er engagiert sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Aufgaben und Ziele sind:

  • Stellungnahmen zu frauenrelevanten Forschungs- und Gesetzesvorhaben,
  • die Forderung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • die Durchsetzung der sozialen Gleichberechtigung mittels einer eigenständigen Alterssicherung für Frauen,
  • die Motivierung von Schülerinnen und Studentinnen für Berufe in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik,
  • die Unterstützung von Studentinnen und Doktorandinnen durch erfahrene Akademikerinnen,
  • die Förderung wissenschaftlicher Arbeit und der Austausch wissenschaftlicher und beruflicher Erfahrungen,
  • die Bereitstellung von Foren für Frauen in Führungspositionen,
  • die interdisziplinäre Vernetzung von Akademikerinnen.

Komm, mach MINT. Testimonial

„Motivation: der AK-FNT setzt sich seit 23 Jahren ein für

  • Unterstützung von Karriereplanung / beruflicher Weiterentwicklung
  • Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Motivation von Mädchen für naturwissenschaftlich-technische Berufe
  • Einbinden von Seniorinnen in ehrenamtliche Projekte zur Förderung des Interesses von Kindern an Naturwissenschaft und Technik

Projekte des AK-FNT haben wesentlich zur Akzeptanz von Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen sowie zur
Heranführung von Schülerinnen an technische Berufsfelder beigetragen.

Einstellung: Wir sind der Meinung, Frauen und MINT passt gut, sie sind ebenso talentiert für Berufe im MINT-Bereich und müssen hierbei unterstützt werden. Daher möchten wir uns gerne als Partner am Pakt Komm,mach MINT. beteiligen. Der MINT-Pakt mit seinen vielen Partnern ist ein ausgesprochen gutes und durch seine Größe auch starkes Netzwerk für die Erreichung unserer Ziele.

Perspektiven: Wir sehen in dem Projekt Komm-mach-MINT eine große Chance, dass unsere Bemühungen, Mädchen für den MINT-Bereich zu begeistern und ermutigen, weiter voranschreiten können. Als langfristiges Ziel und mögliche Perspektive des Projekts sehen wir nicht nur die Erhöhung des Anteils von Studentinnen in MINT-Fächern sondern auch die aktive Präsenz von Frauen aus MINT-Bereichen in entsprechenden Positionen von Hochschulen und Industrie.“
Dr. Sabine Hartel-Schenk
Sprecherin des Arbeitskreises "Frauen in Naturwissenschaft und Technik" im Deutschen Akademikerinnenbund e.V.
 
 

31.05.2012: Interview mit Barbara Leyendecker

 

Barbara Leyendecker

Die Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Eva Kühne-Hörmann und Dipl.-Ing. Barbara Leyendecker bei der Überreichung der Verdienstmedaille.

„Ich habe mühsam gelernt: Tue Gutes und sprich auch darüber!“
 
Als einzige Frau unter 500 männlichen Studenten hat Barbara Leyendecker früh erfahren, dass es an Frauen in Ingenieurwissenschaften und Technik fehlt. Um die Akzeptanz von Frauen in MINT zu erhöhen und junge Frauen für ein Studium in diesem Bereich zu ermutigen, ist die Maschinenbauingenieurin mittlerweile seit mehr als 30 Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen und Verbänden tätig, allen voran beim Deutschen Akademikerinnenbund (DAB), der Mitglied im Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. ist. Am 24.04.2012 erhielt die heute 61-Jährige für ihr Engagement die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
 
Frau Leyendecker, Sie haben für Ihr Engagement um Frauen und Technik die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Wie fühlen Sie sich?
Ich habe mich gefreut. Die Auszeichnung fasse ich auch als Anerkennung für meine Mitstreiterinnen beim Deutschen Akademikerinnenbund (DAB), bei terre des hommes und bei der Deutsch-Tansanischen Partnerschaft auf. Wir Frauen sind ja meist zu bescheiden, daher holt eine Ehrung unser meist verborgenes Wirken ans Tageslicht.
 
1969 haben Sie ein Maschinenbaustudium an der RWTH Aachen aufgenommen…
… und war die einzige Frau unter 500 männlichen Studenten! Das hatte ich dann doch nicht erwartet. Am Anfang war ich deshalb schon sehr verunsichert. Und erst nachdem ich das Vorexamen bestanden hatte, war statt kritischem Beäugen durch Kommilitonen und Professoren ein gewisser Respekt da. Ich habe mich auch sehr bald in der Studentenvertretung engagiert. Dort wurde ich nicht in Frage gestellt, und ich habe sehr viel im Bereich der – wie es heute heißt – „soft skills“ gelernt.
 
Wann und warum haben Sie sich entschieden, aktiv für Frauen in Naturwissenschaft und Technik einzutreten?
1982 wurde ich gefragt, ob ich im Arbeitskreis Frauen im Ingenieurberuf des VDI mitarbeiten wollte, der damals nach vielen Jahren wieder belebt wurde. Es war schön, endlich einmal nicht die Einzige zu sein! Ich hatte gar nicht wahrgenommen, dass mir dies während des Studiums fehlte. 1986 habe ich dann mit anderen Frauen zusammen den Arbeitskreis „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ des DAB gegründet, den ich 16 Jahre lang geleitet habe. Wir haben dort – und tun dies immer noch – eine Reihe wichtiger Projekte angestoßen bzw. durchgeführt, um Mädchen und junge Frauen für Technik zu begeistern und um ihnen Mut zu machen, bei Interesse diese Richtung einzuschlagen. Eine Kollegin nannte diesen Kreis einmal „Ideenschmiede“. So geht der heutige Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag zum Beispiel auch auf unsere Mädchen-Technik-Tage Anfang der Neunziger Jahre zurück. Mittlerweile haben wir dank dieser Aktivitäten weit mehr Frauen als früher in technischen Berufen.
 
Mit dem Stand „Frau + Technik“ auf der Hannover Messe 1988 haben Sie und Ihre Mitstreiterinnen quasi Frauen-Technik-Geschichte geschrieben: Frauen vom Fach, sprich Ingenieurinnen, traten das erste Mal öffentlich in dem männlich geprägten Umfeld einer Technik-Messe auf. Wie wurde das damals aufgenommen?
Wir haben großes Aufsehen erregt. Politiker und Politikerinnen wie der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, die damalige Bundesministerin Rita Süssmuth und die niedersächsische Finanzministerin Birgit Breuel kamen zu unserem Stand. Und auch die Presseresonanz war enorm – Neben Zeitungsartikeln wurden wir zu Interviews in Rundfunk und Fernsehen eingeladen und mit Einleitungen á la „Seht da, es gibt sie doch!“ öffentlich sichtbar. So traten wir als Ingenieurinnen aus unserem Nischendasein heraus. Gleichzeitig war dies auch der Startschuss zur Bildung eines Netzwerkes zwischen Frauen aus verschiedenen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Organisationen, da wir DAB-Frauen zusammen mit Kolleginnen aus dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), dem Deutschen Ingenieurinnenbund (dib) und dem Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) auf der Messe gearbeitet haben.
 
Und heute findet alljährlich der WoMenPower-Kongress auf der Hannover Messe Industrie statt.
Ja, wir sind sehr stolz auf diese Entwicklung. Seit unserem ersten Messeauftritt hat sich jede Menge getan und Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen werden heute wesentlich selbstverständlicher wahrgenommen als damals. Viele Unternehmen, Institutionen und Hochschulen haben erkannt, dass Frauen in technischen Berufen ein Gewinn sind.
 
Trotzdem nehmen viel junge Frauen, auch die, die technisch-naturwissenschaftlich interessiert sind und gute Noten in Mathematik und Naturwissenschaften haben, oftmals kein MINT-Studium auf. Was muss da Ihrer Meinung nach noch getan werden?
Um die Zahl von Frauen in MINT zu erhöhen, muss sozusagen lebensbegleitend gearbeitet werden: In Elternhaus, Kindergarten, Schule, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Medien usw. ist noch jede Menge zu tun – neben einem Bewusstseinswandel in den Köpfen muss Mädchen und auch Jungen entlang der gesamten Bildungskette die Möglichkeit gegeben werden, sich technisch und handwerklich auszuprobieren. Besonders wichtig finde ich, Vorbilder zu zeigen. Weniger Frauen auf einem Podest, sondern Ingenieurinnen zum Anfassen, so wie Du und Ich.
Im Bereich Studium halte ich das Bachelor/Master-System insgesamt für reformbedürftig. Ich sehe an meinem Sohn, der Chemie studiert, dass die jungen Leute überhaupt keine Zeit haben, auch mal über den Tellerrand zu schauen und – das sei auch erlaubt – das Studierendenleben zu genießen.
 
Sehen Sie auch die Unternehmen in der Pflicht?
Selbstverständlich müssen auch die Unternehmen daran arbeiten, attraktiver für Frauen zu werden, Begeisterung für MINT zu wecken und bei der Berufswahl zu unterstützen. Dies kann über Angebote wie Workshops, Schulbesuche, Laborführungen und ähnliches geschehen. Initiativen, wie beispielsweise der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“, unter dessen Dach sich über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien zusammengeschlossen haben, bieten dazu einen breiten Erfahrungsaustausch an. Gleichzeitig heißt es für die Unternehmen, innerbetriebliche Veränderungen herbeizuführen, in dem die Karriereperspektiven von Frauen durch Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen verbessert werden und gute Lösungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeboten werden.
 
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie war und ist nach wie vor ein großes Thema. Wie haben Sie persönlich diese Phase gestaltet? Hat sich Ihrer Meinung nach in den letzten Jahren viel zum Positiven verändert?
Ich hatte lange Jahre eine Stelle mit etwa halber Stundenzahl und großen Freiräumen. Da hatte ich Zeit für Familie und auch Ehrenamt. Das war allerdings nicht eben förderlich für meine Rente. Mein Chef hatte großes Vertrauen zu mir, so dass ich auch einiges von zu Hause aus erledigen konnte. Er wusste aber auch, wenn es nötig war, war ich da. Zum Glück war mein Sohn selten krank. Mit meinem Mann habe ich auswärtige Termine immer sehr frühzeitig abgesprochen. In den letzten Jahren ist einiges sehr viel selbstverständlicher geworden. Vor Jahren galt eine Mutter als Rabenmutter, wenn sie ihr Kind, das jünger als drei Jahre alt war, fremd betreuen ließ. Viele Unternehmen bieten mittlerweile Teilzeitarbeitsmodelle, flexible Arbeitszeiten oder Kinderbetreuungsmöglichkeiten, damit der Wunsch nach Beruf und Familie für Frauen und Männer besser vereinbar ist. Ich begrüße es auch, dass Väter die Möglichkeit, ebenfalls Elternzeit zu nehmen, verstärkt nutzen.
Interview: Ines Großkopf

Aktivitäten im MINT-Bereich

Broschüre Biographien von Naturwissenschaftlerinnen des Deutschen AkademikerinnenBundes e.V

Die Broschüre ist eine Interviewreihe der DAB-Arbeitsgruppe Frauen in Naturwissenschaft und Technik als Festschrift des DAB zum 75-jährigen Jubiläum. Zum Pdf

www.dab.org

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